Vom Grund der Seele
Signora Dessì, Sie werden derzeit als eine der führenden Sopran-Interpretinnen des Verismo gefeiert. Haben Sie eine persönliche Affinität zu diesem Repertoire?
Ist das so? Ich singe eigentlich die ganze italienische Literatur. Während der letzten Jahre vor allem Verdi und Puccini, daneben auch Cilea, Leoncavallo und Giordano. Wenn ich an frühere Phasen meiner Karriere zurückdenke, so waren Komponisten des Barock die Hauptfiguren: Monteverdi, Pergolesi, Cimarosa und so weiter.
Ich habe auch viel Mozart gesungen, die Contessa im «Figaro» oder die Elvira in «Don Giovanni». Donizetti und Rossini gehören ebenfalls zu meiner, sagen wir: sängerischen Sozialisation. Einerseits bin ich also nicht ganz glücklich mit der Einordnung in die Verismo-Schublade. Andererseits genieße ich aber den Primadonnen-Touch, der sich mit diesen Partien verbindet. Sie sind so geschrieben, dass beinahe alle Ausdrucksmöglichkeiten der Stimme und der Darstellung auf der Bühne zum Zuge kommen. Und das macht großen Spaß.
Die von Ihnen am häufigsten gesungene Verismo-Partie ist die der Maddalena aus Giordanos «Andrea Chénier». Worin besteht für Sie der besondere Reiz, das spezifische Gewicht gerade dieser Rolle?
Ge ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Aribert Reimanns zweite Oper «Melusine» wurde nach ihrer Uraufführung 1971 in Schwetzingen häufig nachgespielt und wirkte auch in Weimar immer noch frisch. Diese Melusine, die Yvan Goll, von seiner Frau Claire inspiriert, 1930 aus der Sagenvorzeit ins zwanzigste Jahrhundert holte, schimmert in Claus H. Hennebergs Libretto, vor allem aber in Reimanns Musik in...
Diesmal konnte sich Staatsopern-Intendant Sir Peter nicht mit den Federn einer Münchner Händel-Erstaufführung schmücken, denn schon 1977 wagte sich das Gärtnerplatz-Theater an das Dramma per musica «Alcina». Auch die Inszenierung Christof Loys war bereits vor drei Jahren in Hamburg zu sehen (siehe OW 4/2002). Doch welch ein frischer Zauber wehte durch diese...
Frau Ricciarelli, Sie sind Sängerin, Schauspielerin, künstlerische Direktorin des Festivals von Macerata, zudem unterrichten Sie Sängernachwuchs in der von Ihnen gegründeten Accademia Lirica Internazionale. Wie bewältigen Sie dieses Arbeitspensum?
Ich bin jemand, der seiner Arbeit mit großer Leidenschaft nachgeht. So etwas wie Freizeit kenne ich eigentlich nicht....
