Volkes Stimme
Die Demonstranten haben ein gewichtiges Anliegen. Stumm betreten sie mitten im Finale des «Fidelio»-Finales die Bühne des Nationaltheaters Weimar und halten dem Publikum ihre selbst gemalten Plakate und Transparente entgegen: «Stirbt Thüringens größter Indoor-Fasching?» und «Rettet unsere Uni-Mensa!» lauten die Fragen und Forderungen, die ihnen auf der Seele brennen. Echte Probleme gewiss, aber doch wohl nicht ganz das, was sich Regisseur Thilo Reinhardt für seine Neuinszenierung des Beethoven-Klassikers erhofft hatte.
Denn die Unterbrechung ist in diesem Fall kein kurz entschlossener Akt eines übermütigen Studentenhaufens, sondern Teil der Aufführung: Schon lange im Vorfeld hatte das Theater Kontakt mit Organisationen aufgenommen, die für eine – irgendwie – bessere Welt kämpfen. Von Attac über Greenpeace bis zu den örtlichen Arbeitslosencafés: Jeder sollte die Möglichkeit haben, auf der Bühne seinen Protest über soziale und gesellschaftliche Benachteiligung frei herauszuschreien – frei nach dem Skandal machenden «Webern» am Dresdner Schauspiel, wo Volkes Stimme mit Aufrufen unter anderem zur Eliminierung von Sabine Christiansen oder Foltervorschlägen für das «Kanzlerschwein» ...
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