Volkes Stimme
Die Demonstranten haben ein gewichtiges Anliegen. Stumm betreten sie mitten im Finale des «Fidelio»-Finales die Bühne des Nationaltheaters Weimar und halten dem Publikum ihre selbst gemalten Plakate und Transparente entgegen: «Stirbt Thüringens größter Indoor-Fasching?» und «Rettet unsere Uni-Mensa!» lauten die Fragen und Forderungen, die ihnen auf der Seele brennen. Echte Probleme gewiss, aber doch wohl nicht ganz das, was sich Regisseur Thilo Reinhardt für seine Neuinszenierung des Beethoven-Klassikers erhofft hatte.
Denn die Unterbrechung ist in diesem Fall kein kurz entschlossener Akt eines übermütigen Studentenhaufens, sondern Teil der Aufführung: Schon lange im Vorfeld hatte das Theater Kontakt mit Organisationen aufgenommen, die für eine – irgendwie – bessere Welt kämpfen. Von Attac über Greenpeace bis zu den örtlichen Arbeitslosencafés: Jeder sollte die Möglichkeit haben, auf der Bühne seinen Protest über soziale und gesellschaftliche Benachteiligung frei herauszuschreien – frei nach dem Skandal machenden «Webern» am Dresdner Schauspiel, wo Volkes Stimme mit Aufrufen unter anderem zur Eliminierung von Sabine Christiansen oder Foltervorschlägen für das «Kanzlerschwein» ...
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Vor der Uraufführung im Dezember 1905 halfen nur Drohungen. Richard Strauss war enttäuscht über das unzureichende Engagement der Sänger am Dresdner Königlichen Opernhaus und behielt sich vor, die erste Realisierung nach Leipzig oder Wien zu verschieben – zwei Häuser, die schon nach der «Salome» gierten. Dass derselbe Komponist später von Dresden als einem «Dorado...
Dass Wagners frühe «Feen» kaum gespielt werden, hat viele Gründe. Vor allem liegt es am Komponisten selbst. Bekanntlich ackerte sich Wagner nicht nur an der Idee des Gesamtkunstwerks ab, sondern versuchte auch, sein eigenes Schaffen als ästhetisches Integral zu vermitteln. Dazu passten seiner Meinung nach weder «Die Feen» noch «Das Liebesverbot» oder «Rienzi»....
Letzter Akt: Wenn Wally im diffusen Licht des eisigen Gebirges, in das sie sich zurückgezogen hat, verzweifelt, einsam, schuldbeladen und dem Wahnsinn nahe, Berg- und Schneegeister zu sehen glaubt, erhält die Berner Inszenierung von Catalanis Dramma lirico für einen Augenblick eine irreale Note – ein Regieansatz, der für dieses eigenwillige Stück durchaus...
