Nie war Theater so kostbar wie heute
Herr Pflegerl, der moderne Zubau des Klagenfurter Theaters sieht in abendlicher Beleuchtung aus wie das Heck des Traumschiffs, wenngleich Ihnen als Kapitän keineswegs nach Vergnügungsfahrt zumute sein dürfte.
Es ist knapp vor der Hafeneinfahrt. Nach dem letzten Coup unserer unnachahmlichen Kulturpolitik bleibt mir eigentlich nichts anderes übrig, als mit dem Ablauf meines Vertrags im Jahr 2007 zu gehen.
Wenn man das Budget eines erfolgreichen Theaters nicht nur einfriert, sondern ihm die erwirtschafteten Rücklagen kurzerhand wegnimmt, ist das ein so brutaler Akt, dass ich als Leiter dieser Institution gerade zwangsverpflichtet bin, darauf mit einer finalen Abgrenzung zu reagieren. Der Landeshauptmann Jörg Haider und sein Klon Mario Canori (der freiheitliche Kulturstadtrat in Klagenfurt, Red.) schwingen seit Jahren die Subventionskeule, um uns botmäßig zu machen. So betrachte ich diese Maßnahme als eine Bestrafungsaktion, weil ich nicht bereit bin, zum Kumpanen einer Kulturpolitik zu werden, die darauf abzielt, das Theater zu gängeln.
Bestrafung? Sie haben doch eine der höchsten Auslastungen der Bühnen im deutschsprachigen Raum.
Wir sind definitiv für unseren Erfolg bestraft worden. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Demonstranten haben ein gewichtiges Anliegen. Stumm betreten sie mitten im Finale des «Fidelio»-Finales die Bühne des Nationaltheaters Weimar und halten dem Publikum ihre selbst gemalten Plakate und Transparente entgegen: «Stirbt Thüringens größter Indoor-Fasching?» und «Rettet unsere Uni-Mensa!» lauten die Fragen und Forderungen, die ihnen auf der Seele...
Vor der Uraufführung im Dezember 1905 halfen nur Drohungen. Richard Strauss war enttäuscht über das unzureichende Engagement der Sänger am Dresdner Königlichen Opernhaus und behielt sich vor, die erste Realisierung nach Leipzig oder Wien zu verschieben – zwei Häuser, die schon nach der «Salome» gierten. Dass derselbe Komponist später von Dresden als einem «Dorado...
Die Konzertmuschel, die die Drehbühne füllt, grünt pistazienpastell. Die Liegestühle davor sind zahnpastamintfrisch bespannt, der Rundhorizont dämmert oliv – als ob Ang Lees grüner Superheld Hulk auf der Bühne der Komischen Oper zerplatzt wäre. Davor leuchtet es bonbonrosa, hellblau, lila, gelb, knallpink, türkis. Petticoats, Turmfrisuren, viel Kleinkariertes,...
