Virtueller Größenwahn
Gleich in der ersten Szene erscheinen Amando und Amanda als Sophie und Octavian aus dem «Rosenkavalier»: Und wäre nicht zuvor Ligetis schräge Autohupenfanfare erklungen – man wähnte sich im falschen Stück. Die Essener Philharmoniker unter Dima Slobodeniouk intonieren den flirrenden Klangzauber dieser Passage so süffig, und Elizabeth Cragg und Karin Strobos singen ihre innigen Terzen so fein abgestimmt, dass sich sogleich die Magie der guten alten Opernzeit einstellt.
Doch wenn Amando den Hosenlatz herunterlässt und einen gigantischen Umschnallpenis präsentiert, platzt der Zuckerguss ab. Nun ja: In der Urfassung der Oper hießen die beiden noch Spermando und Clitoria.
Damit ist man mitten in den bewusst arrangierten Ambivalenzen des Stücks. Nekrotzar, der König Tod, der große Makabre macht sich auf, Welt und Menschheit zu vernichten, lässt sich aber von seinen präsumtiven Opfern zum Saufen verleiten und verschläft seinen Auftritt. Oder war er nur ein Gaukler, der den Leuten etwas vorgemacht hat? Der Weltuntergang jedenfalls fällt aus – so weit folgt die Oper der Dramenvorlage von Michel de Ghelderode. Die Sprache aber, vorsätzlich fehlerhaft, voller obszöner Neologismen, ansonsten ...
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Opernwelt April 2015
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Ingo Dorfmüller
ARD-ALPHA
6.4. – 11.00 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Schubert: Symphonie Nr. 7 h-moll D 759 «Die Unvollendete».
11./25.4. – 22.00 Uhr
KlickKlack.
Musikmagazin.
12./19./26.4. – 11.00 Uhr
Wiener Sextett.
1. Schönberg: Verklärte Nacht, op. 4. 2. Brahms: Sextett für Streicher Nr. 1, B-Dur, op. 18.3. Brahms: Sextett für Streicher Nr. 2., G-Dur, op. 36.
arte
1.4. – 5.15 Uhr
7.4. –...
Die letzte gründliche Weber-Biografie, verfasst von dem englischen Musikkritiker John Warrack, erschien erstmals 1968. Inzwischen haben die Arbeiten an der neuen Gesamtausgabe unsere Kenntnis von Webers Leben und Werk um zahllose bislang unbekannte Quellen vermehrt. Die Schriften, Tage- und Kassenbücher und die Korrespondenz des Komponisten sowie weitere Dokumente...
Stanislaw Lem sah die vielen Bearbeitungen seines Sci-Fi-Romans «Solaris» von 1961 mit Skepsis. «Alles Interessante an meinem Roman bezog sich auf das Verhältnis der Menschen zu diesem Ozean als einer nicht-humanoiden Intelligenz – nicht auf irgendwelche zwischenmenschlichen Liebesgeschichten», bemerkte er 2001 zu Steven Soderberghs Verfilmung. Selbst Tarkowskis...
