Violetta im Park
Als es ans Sterben geht, wird es feucht. Nicht nur in den Augen mancher Zuhörer, sondern auch am Himmel. Doch der Wettergott hat ein Einsehen, es tröpfelt nur ein wenig. Keiner der 2000 zahlenden Besucher und der 20 000 erwünschten Zaungäste muss weichen, ehe Violetta Valery ihr Leben ausgehaucht hat. Niemand möchte missen, was Marina Rebeka zu singen hat. Kurzfristig für Anita Hartig eingesprungen, war sie alles andere als zweite Wahl: warmherzig, wohltönend, betörend – ein bisschen wie die junge Anna Netrebko, aber mit mehr Umdrehungen.
Francesco Demuro als höhensicher schwärmender Alfredo und Grandseigneur Thomas Hampson als gestrenger Vater Germont ergänzen in dieser «Traviata»-Aufführung das Star-Trio, hinter dem sich das Restensemble, der Chor und die NDR Radiophilharmonie nicht verstecken müssen. Der Sound ist bemerkenswert gut, und wer nicht einen der (nicht ganz billigen) Plätze auf der Rücktreppe des bürgerprotzigen Neuen Rathauses erstehen wollte, konnte alles gratis auf einer großen Leinwand auf der Wiese daneben erleben.
Zu sehen gibt es eine halbszenische Aufführung (Michael Valentin), die mit wenigen Requisiten (Sofa, Spieltisch, Totenbett, zwei Kronleuchter) die ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 96
von Rainer Wagner
Auf dem Cours Mirabeau und den anderen platanenumsäumten Boulevards flaniert sich’s wie immer, aber an Brennpunkten des öffentlichen Lebens wird die Veränderung doch merklich. Die liberté aus der Wunschparole der großen Revolution wird von der sécurité angefressen, und wo, bitte schön, ist die fraternité geblieben? Egalité wird an den Festspieleingängen...
Eine Schafsherde trippelt auf die Kirche zu. Noch ahnt die Gemeinde kaum, wie ihr geschieht. Doch der Zuschauer weiß: alles auf Anfang! Die feine Gesellschaft, die gerade erst mit einer Messe ihre Befreiung aus der Villa gefeiert hat, sitzt schon wieder fest.
So endet Luis Buñuels Film «El ángel exterminador» (1962). Durch die Salzburger Gassen traben bloß...
Herr Puhlmann, wollen Sie in Mannheim an Ihre nach fünf Jahren abrupt beendete Stuttgarter Mission anknüpfen?
Stuttgart bleibt für mich unvollendet. Nach dem Schock, den so ein Ende natürlich für die Biografie bedeutet, habe ich die ersten freien Jahre auch genossen. Doch der Wunsch war immer da, ein Opernhaus zu leiten. Und jetzt freue ich mich auf Mannheim. Mein...
