Meilenstein
Bernd Alois Zimmermanns «Soldaten» am Teatro Colón – das hat es noch nie gegeben. Eine Erstaufführung, nicht nur in Buenos Aires und Argentinien, sondern in ganz Südamerika. Die Einzigartigkeit, die außergewöhnliche Qualität dieses Ereignisses kann man nicht genug betonen. Und seine Tragweite besser verstehen, wenn man es aus der Geschichte des Hauses betrachtet.
Schlüsselwerke des 20.
Jahrhunderts standen immer wieder einmal auf dem Spielplan des Colón – von Alban Bergs «Wozzeck» (1952) über die erste Aufführung der von Friedrich Cerha vervollständigten Berg’schen «Lulu» (1993) bis jetzt zu Zimmermanns Opus magnum. Aber noch nie war die Herausforderung so groß. Ursprünglich sollten «Die Soldaten» im Rahmen des von Martín Bauer geleiteten Zyklus «Zeitgenössisches Colón» (Colón Contemporáneo) vorgestellt werden. Später jedoch entschied der (unlängst zurückgetretene) Direktor des Theaters, Darío Lopérfido, die Produktion in das reguläre Abonnement-Programm zu nehmen (neben «Don Giovanni», «Dido and Aeneas» und «Fidelio»). Die von dem designierten Uraufführungsdirigenten Günter Wand einst als unaufführbar eingestufte Oper wandelte sich so endlich auch in Argentinien vom «unmöglichen» ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Pablo Gianera
Bellinis «I puritani» spielen im England des 17. Jahrhunderts, wo Puritaner und Katholiken sich unversöhnlich im Bürgerkrieg gegenüber stehen. Elvira, die Tochter des puritanischen Gouverneurs, ist überglücklich, als sie erfährt, dass sie nicht Riccardo heiraten muss, sondern ihren Märchenprinzen kriegt, den katholischen Lord Arturo. Doch das schnelle Happy End...
Früher konnten sich die Fans sicher sein. Mindestens ein-, am besten zweimal Barock pro Saison, das war eine feste Bank im Spielplan der Bayerischen Staatsoper. Der Riesen-Dino von Richard Jones, heute schon fast eine Münchner Tierlegende wie der Rauhaardackel, machte anno 1995 für Händels «Giulio Cesare» den Auftakt. Aus Renaissance wurde Überfütterung,...
Der Lärmpegel in der Salzburger Universitätsaula ist hoch. Und er klingt heller als bei einer normalen Premiere. Damit auch die Kleinsten die Bühne sehen, werden Sitzkissen verteilt. Zwei Techniker schrauben noch am Bühnenbild, da legt das Orchester schon mit barocken Tänzen los. Und plötzlich singen die Handwerker mit, der eine nennt sich Franz Flaut, der...
