Vier Stunden, die wie im Fluge vergehen
Liebhabern und Kennern der Barockoper ist der Name Agostino Steffani schon seit Langem vertraut, einer breiteren Öffentlichkeit dürfte der Komponist aber erst durch Cecilia Bartolis Projekt «Mission» im Jahr 2012 bekannt geworden sein (siehe OW 11/2012). Die gleichnamige CD bietet unter anderem drei Ausschnitte aus dem Dramma per musica «Niobe, regina di Tebe», darunter die einzigartige Szene, in welcher der thebanische König Anfione, eingewoben in den Klang eines auf der Bühne im Verborgenen spielenden Gambenquartetts, den Zauber der Musik beschwört («Sfere amiche»).
Zuvor hatte schon Thomas Hengelbrock auf Steffanis «Niobe» aufmerksam gemacht, zunächst 2008 bei den Schwetzinger Festspielen, dann 2010 am Royal Opera House Covent Garden. Eine weitere szenische Realisierung bot 2011 das Boston Early Music Festival, diese Produktion wurde in konzertanter Form und mit einigen anderen Sängern 2013 im Rahmen des Festivals musicadia in Bremen vorgestellt; eine Studioaufnahme des Werks ging diesem Konzert unmittelbar voran.
Steffanis Oper, 1688 als letztes seiner Werke für den Münchner Hof entstanden, erzählt die Geschichte der thebanischen Königin Niobe, deren Hochmut eine Katastrophe ...
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Opernwelt März 2015
Rubrik: CD des Monats, Seite 27
von Thomas Seedorf
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