Vexierbilder

Mozart: Le nozze di Figaro
BASEL | THEATER

Opernwelt - Logo

Der Raum habe für sie etwas «Flirrendes, Zittriges», sagt Regisseurin Barbara Frey. Das ist zweifelsohne richtig. Doch da, wo einem in einem Vexierbild die Augen ineinander übergehen, kehrt gleichzeitig Starre ein. Insofern ist Bettina Meyers Bühnenbild für Mozarts «Le nozze di Figaro» am Theater Basel in jeder Hinsicht bemerkenswert: Mehrere sich ins Unendliche verjüngende Soffiten und Schenkel (also immer enger werdende Rahmen mit dunkelgrün-barocker Blätter-Ornamentik) markieren eine klassische Guckkastenbühne mit Zentralperspektive.

Das ist domestizierte Natur, ganz klar ins Zeitalter des Ancien Régime einzuordnen. Und die Verbindung von Flimmern und Statik.

Bei den Figuren verhält es sich anders. Bettina Walters Kostüme verweisen in eine unbestimmte Gegenwart, halten aber die Hierarchien aufrecht. Der Graf im edlen dunkelblauen Dreiteiler, Susanna gut gekleidet, aber eben doch seine Domestikin, oder sagen wir: Angestellte im #MeToo-Verhältnis. Bei den Irrungen und Verwirrungen im Verlauf des tollen Tages verschwin­den die Handelnden oft wie unter einer Folie: ob transparenter Zwischenvorhang oder Decke, unter die Cherubino im ersten Akt schlüpft, oder die Verkleidung ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2020
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Alexander Dick

Weitere Beiträge
Abgespeckt

Das dreiaktige Dramma per musica «Amare e fingere» – zu Deutsch: Lieben und Täuschen – kann man als lockeres Remake des spanischen Dramas «Fingir y amar» des zu seiner Zeit überaus beliebten italienischstämmigen Autors Augustín Moreto (1618–1669) bezeichnen. Wer die musikalische Adaption des Stücks einst autorisierte, ist umstritten; weder Libretto noch Partitur –...

Personalien, Meldungen März 2020

JUBILARE

Robert Lloyd nahm bei dem Bariton Otakar Kraus Unterricht. Er debütierte 1969 im damaligen Collegiate, dem heutigem Bloomsbury Theatre des University College London, als Don Fernando in Beethovens «Leonore», der Urfassung des «Fidelio». Von 1969-72 war er Solist an der Sadler’s Wells Opera Company (der heutigen English National Opera), anschließend...

Was ich fühle

Frau d’Oustrac, lieben Sie Wagner?
Natürlich liebe ich ihn, so wie ich auch Brahms, Schumann und Liszt liebe. Vollends habe ich diese faszinierende Welt während meines Gesangsstudiums entdeckt, aber bereits zuvor, an der Musikschule, hatte ich mich theoretisch eingehend mit den Frauenrollen in Wagners Werken auseinandergesetzt.

Eine interessante Beschäftigung für...