Spielzeugtheater
Uraufgeführt wurde die fünfte Oper des irischen Komponisten Gerald Barry 2016 in Los Angeles konzertant; im selben Jahr kam sie ans Londoner Barbican Center. Das Royal Opera House präsentierte «Alice’s Adventures Under Ground» nun erstmals szenisch, mehrmals täglich und in wechselnder Besetzung, beginnend mit Matineen an Londoner Schulen: eine vorzügliche Idee für ein Werk, das auf einem der größten Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur basiert.
Barrys eigenes Libretto bedient sich sowohl bei «Alice in Wonderland» als auch bei «Alice Through the Looking-Glass» und benutzt hierfür Lewis Carrolls Originaltitel. Komponiert für ein relativ moderat besetztes Orchester, enthält das knapp einstündige Werk einige ungewöhnliche Klangfarben (zwei Windmaschinen beispielsweise), verzichtet aber auf einen Chor. Die wesentlichen Erzählstränge der literarischen Vorlagen erkennt man trotz der harschen Striche im Text sogleich wieder; schließlich ist der Stoff nicht allein durch die Bücher, sondern auch aufgrund zahlreicher anderer Bearbeitungen wohlvertraut. Zudem hat Barry viele der hinlänglich bekannten Passagen und Charaktere beibehalten.
Die Gesangssolisten mussten sich zum Teil extrem ...
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Opernwelt März 2020
Rubrik: Panorama, Seite 46
von George Hall
Rossini in Pesaro dirigieren – ist das schwerer oder leichter als anderswo?
Es gibt dort ein großes Verständnis für diesen Komponisten, das macht es leicht. Andererseits muss man mit den Orchestern, die aus der Symphonik kommen, stilistische Dinge klären oder die Balance zur Bühne. Nehmen wir das berühmte Rossini-Crescendo: Da lasse ich während der ersten Takte...
Peter Eötvös greift für seine Opernstoffe gern ins oberste Regal. Unter einem «Welttheater» tut der ungarische Komponist es kaum. Und wenn er dieses – wie in seinem Stück «Der Goldene Drache» – in einen heutigen Asia-Imbiss verlegt und das Geschehen mit kammermusikalischer Delikatesse unterlegt, geht der Plan, das große Ganze im Kleinen abzubilden, auch wunderbar...
JUBILARE
Robert Lloyd nahm bei dem Bariton Otakar Kraus Unterricht. Er debütierte 1969 im damaligen Collegiate, dem heutigem Bloomsbury Theatre des University College London, als Don Fernando in Beethovens «Leonore», der Urfassung des «Fidelio». Von 1969-72 war er Solist an der Sadler’s Wells Opera Company (der heutigen English National Opera), anschließend...
