Verzappelt

Wagner: Götterdämmerung BERN | STADTTHEATER

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Mit dem «Ring» ist es eine vertrackte Sache. Sieht man die vier Teile rasch hintereinander, setzt man sich nicht nur zeitlich einem Marathon aus, auch auf der Bühne wird zuweilen stimmlich und logistisch mit den Anforderungen gekämpft. Also gibt es an vielen Häusern oft große Pausen zwischen den einzelnen Stücken, um dann das Endergebnis als Zyklus zu präsentieren. Da lässt sich etwa manch «Rheingold»-Schnitzer vielleicht noch ausbügeln ...

In Bern ist alles anders. Dort war von Anfang an klar, dass die Tetralogie nicht zyklisch gezeigt wird.

Das ist Fluch und Segen zugleich, denn weder Regieteam noch Publikum muss sich zwangsläufig an einen roten (Erinnerungs-)Faden halten. Die Erinnerung an «Rheingold» und «Walküre» indes ist noch recht frisch, was vor allem an der stupenden Zusammenarbeit von Regisseurin Ewelina Marciniak mit der Choreographin Dominika Knapik und dem Dramaturgen Miron Hakenbeck liegt. Da wurde manches klar, fast überdeutlich erzählt, aber ergänzt durch eigene, oft virtuos getanzte Szenen und Szenerien. Verdopplungen, Spiegelungen der Hauptfiguren gab es, jedoch auch wilde Assoziationen, schräge Bildideen – einer ganz eigenen Logik folgend. Der ...

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Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Jörn Florian Fuchs

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