Verzappelt
Mit dem «Ring» ist es eine vertrackte Sache. Sieht man die vier Teile rasch hintereinander, setzt man sich nicht nur zeitlich einem Marathon aus, auch auf der Bühne wird zuweilen stimmlich und logistisch mit den Anforderungen gekämpft. Also gibt es an vielen Häusern oft große Pausen zwischen den einzelnen Stücken, um dann das Endergebnis als Zyklus zu präsentieren. Da lässt sich etwa manch «Rheingold»-Schnitzer vielleicht noch ausbügeln ...
In Bern ist alles anders. Dort war von Anfang an klar, dass die Tetralogie nicht zyklisch gezeigt wird.
Das ist Fluch und Segen zugleich, denn weder Regieteam noch Publikum muss sich zwangsläufig an einen roten (Erinnerungs-)Faden halten. Die Erinnerung an «Rheingold» und «Walküre» indes ist noch recht frisch, was vor allem an der stupenden Zusammenarbeit von Regisseurin Ewelina Marciniak mit der Choreographin Dominika Knapik und dem Dramaturgen Miron Hakenbeck liegt. Da wurde manches klar, fast überdeutlich erzählt, aber ergänzt durch eigene, oft virtuos getanzte Szenen und Szenerien. Verdopplungen, Spiegelungen der Hauptfiguren gab es, jedoch auch wilde Assoziationen, schräge Bildideen – einer ganz eigenen Logik folgend. Der ...
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Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Jörn Florian Fuchs
Oper? Tanztheater? Tragödie? Oder gar Comedy? Franck Chartier würde vermutlich nie nein sagen. Formal gesehen firmiert seine Inszenierung von Purcells «Dido and Aeneas» als Debüt in der Musiktheaterregie: für die Opernhäuser in Genf, Lille und Luxembourg. Und jetzt eben Basel. Doch das Ergebnis lässt sich erst mal schwer greifen. So wie der Sand, den es im Laufe...
Im Ranking der meistgespielten Opern lebender Komponisten rangierte Kurt Weills Einakter «Der Zar lässt sich fotografieren» von der Uraufführung 1928 bis zu dessen Verbot 1933 auf dem zweiten Platz, gleich nach Strauss’ «Rosenkavalier». Seinen Erfolg verdankte Weills «Zeitoper» insbesondere ihrem gewitzten Aktualitätsbezug. In der Partitur pulsieren nicht nur Jazz...
Das falsche Stück zur falschen Zeit am falschen Ort: So lautet das traurige Fazit nach der Uraufführung von «Adam und Eva» zur Eröffnung der diesjährigen Schwetzinger SWR-Festspiele. Angekündigt war Mike Svobodas Musiktheater nach dem gleichnamigen Schauspiel des einstigen Erfolgsautors Peter Hacks, der 1955 aus politischer Überzeugung von der BRD in die DDR...
