Versuche über Puccini
Zwei Tage nach der «Trittico»-Premiere in Rom lief im Mailänder Piccolo Teatro auch schon Ihre Inszenierung der «Dreigroschenoper» an. Wie kann bei einem solchen Zeitplan gewissenhafte Probenarbeit funktionieren?
Die Wahrheit ist: Ich konnte nicht alle Proben selbst übernehmen. Bei «Trittico» stand mir meine Assistentin Eleonora Gravagnola zur Seite, und zum Glück waren vier der Hauptdarsteller schon bei der Wiener Premiere dabei. Für die Zweitbesetzung war es schwieriger, weil ich die Rollenprofile je nach Persönlichkeit zuschneide.
Bietet eine andere Besetzung auch die Chance zur Weiterentwicklung?
Die Arbeit an einer Produktion ist nie abgeschlossen, es bleibt stets ein Versuch. Ich will allerdings nicht verhehlen, dass ich lieber konzentriert mit einem Sänger arbeite. Sicher bietet ein neuer Cast neue Möglichkeiten, doch meist fehlt dann die Zeit. Letztlich ist es aber so: Ein gutes Regiekonzept ist zwar unverzichtbar. Trotzdem sind es am Ende die Sänger, die auf der Bühne stehen und im Publikum Emotionen wecken müssen. Entweder sie überzeugen – oder eben nicht.
Puccini hatte einen Abend aus kontrastierenden Einaktern im Sinn. Sie hingegen wollen eine einzige Geschichte erzählen.
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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Aus der Werkstatt, Seite 48
von Florian Amort
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«Gu...
