Verschenkt
Wenn sich der österreichische Festspielsommer verabschiedet und die ersten Hinweise auf den Bauernherbst auftauchen, laden die Innsbrucker Festwochen traditionell noch einmal zum Wiederentdecken einer barocken Rarität ein und lassen dafür auch die Gewinner des jeweils letztjährigen Cesti-Wettbewerbs antreten, der mittlerweile wirklich eine Talentschmiede geworden ist: Manch größere Karriere begann in Innsbruck. Zur Erinnerung: Antonio Cesti (1623–1669) war zwar Italiener, wirkte aber lange als Hofkapellmeister zu Innsbruck. Und er war ein berühmter Sänger.
Bei der aktuellen Ausgabe von «Barockoper:Jung» spielte das «Barockorchester:Jung» unter der Leitung von Luca Quintavalle. Ein großes Pfund der Aufführung! Denn was Quintavalle und seine Musiker an Farben und schönen rhythmischen Effekten, an klitzekleinen Rezitativ-Ideen und größeren, oft luftig gehaltenen Bögen kredenzen, ist zauberhaft! Carlo Pallavicino lebte von 1630 bis 1688, seine «L’amazzone corsara» verweist, wie der Dirigent im Programmheft erläutert, bereits auf die Oper des 18. Jahrhunderts. So gibt es zum Beispiel kurze Arien, aber mit spezifischem Charakter. Man hört diese Vielfältigkeit in der Gestaltung und ist ...
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Opernwelt 11 2022
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Jörn Florian Fuchs
Herr Ono, gibt es im Japanischen ein Synonym für das deutsche Wort «Systemrelevanz»?
Nein. Dennoch kann unsere Arbeit nicht existieren, ohne systemrelevant zu sein. Am New National Theatre Tokyo funktioniert das jedenfalls außerordentlich gut. Das Team harmoniert miteinander, alle Bereiche – der künstlerische, der technische wie auch der kommerzielle – arbeiten eng...
Wer als Jugendlicher begeistert Ernst Kreneks «Jonny spielt auf» in einer Aufführung oder als Videomitschnitt erlebt hat, der spürt vielleicht noch die damalige Enttäuschung, die im Zeichen der Hörrezeption des Nachfolgebühnenwerks des österreichischen Großtalents auf ihn einprasselte: «Der Diktator» (1926), unmittelbar nach dem «Jonny» entstanden, klingt spröde,...
Meist sitzt sie im Dunkel. Unbemerkt, fast möchte man meinen: unscheinbar. Aber gerade darin liegt ihre große Stärke: Dass sie sich zurückzieht auf die Position der Beobachterin, deren einziges Interesse es ist, die Blicke der anderen einzufangen, und dass sie imstande ist, diesen einen, flüchtig-konzentrierten Moment festzuhalten, in dem diese Blicke fokussiert...
