Verheißungsvoll

Mit Tschaikowskys «Mazeppa», dirigiert von Alexander Merzyn und inszeniert von Andrea Moses, gibt Stephan Märki am Staatstheater Cottbus eine erste Visitenkarte als Intendant und Operndirektor ab

Stephan Märki, der neue Cottbuser Intendant, hat ein griffiges Zitat zur gegenwärtigen «Spielen-oder-Nichtspielen»-Debatte beigesteuert. Theater sei zwar nicht strukturrelevant, aber es sei lebensrelevant. Für den gebürtigen Schweizer ist der Wechsel an das Haus in der Lausitz so etwas wie eine Rückkehr zu den Anfängen als Leiter eines Mehrspartenbetriebs.

Bevor er während der letzten Jahre in seiner Heimat Direktor vom Konzert Theater Bern war, hatte er am Potsdamer Hans Otto Theater und am Deutschen Nationaltheater Weimar, das er vor einer Fusion mit der Oper Erfurt bewahrte, Führungsqualitäten und Teamgeist gezeigt. In Cottbus gelang ihm Ende Oktober, kurz vor dem zweiten Lockdown, trotz aller Widrigkeiten ein überzeugender Auftakt, an dem Ballett, Schauspiel und Musiktheater beteiligt waren. Und indem Märki neben der Verantwortung für das große Ganze auch die Leitung der Opernsparte übernommen hat, darf er den Erfolg, den Generalmusikdirektor Alexander Merzyn und Regisseurin Andrea Moses mit Tschaikowskys selten gespieltem «Mazeppa» erzielten, auch persönlich als eine Bestätigung dafür werten, dass er bei der Wahl des Stücks und Produktionsteams richtig lag. Die designierte ...

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Opernwelt Januar 2021
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Joachim Lange

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