Vergessener Ritter

Cervantes macht’s möglich: In Spanien wird eine Don-Quichotte-Oper von Manuel García, dem berühmten Gesangspädagogen, reaktiviert

Opernwelt - Logo

Betrachtet man das spanische Musik­leben zwischen dem ausgehenden 18. und dem frühen 19. Jahrhundert, so wurde international unter den einheimischen Akteuren vor allem ein Name wahrgenommen: Manuel García.

Die Zeitgenossen schätzten García als Sänger und Komponisten, auf seine herausragende Stellung deutet nicht zuletzt die Tatsache, dass drei seiner Kinder ebenfalls renommierte Positionen in der damaligen Gesellschaft erreichten: Die Töchter Marie Félicité Malibran und Pauline Viardot gehörten zu den besten Sängerinnen Spaniens, sein Sohn Manuel Patricio Rodríguez tat sich in der Medizin hervor – er erfand das Laryngoskop.
Manuel del Pópulo Vicente García, so sein voller Name, kam am 21. Januar 1775 in Sevilla zur Welt. Seine Musikerkarriere begann in Cádiz, später siedelt García nach Madrid über. Im Alter von zweiunddreißig Jahren geht er nach Paris, wo er bald als Opern- und Operettenkomponist reüssiert. Schon 1809 wird «El poeta calculista» («Dichter aus Berechnung») begeistert aufgenommen. Von diesem Erfolg ermutigt, begibt sich García nach Italien, wo er mit «Il califfa di Bagdad» («Der Kalif von Bagdad») einen weiteren Triumph feieren kann. Als Sänger wirkt er bei mehreren ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2006
Rubrik: Magazin, Seite 23
von Rafael Banús

Vergriffen
Weitere Beiträge
Geliehene Sprachen

Opern nach Shakespeares «Sturm» haben derzeit Hochkonjunktur: Die Ur­auffüh­rung von Thomas Adès’ Vertonung liegt noch nicht lange zurück (siehe OW 4/2004 und 1/2006), da lässt Luca Lombardi mit «Prospero» in Nürnberg die gute alte Literaturoper wieder auferstehen (Libretto: Fried­rich Chris­tian Delius). Helmut Oehring dagegen nutzt in «Unsichtbar Land» mit dem...

Stadt und Land

Das deutsche und österreichische Repertoiresystem, im Einzelnen schon durch die normative Kraft des Fak­tischen in Frage gestellt, hat mit den Pariser Opern­gepflogenheiten wenig gemein. Das einzige Opernhaus, das sich mit deutschen Bühnen vergleichen lässt, ist die Opéra ­National mit ihren beiden Spielstätten Opéra de Bastille (2700 Plätze) und Palais Garnier,...

Musikalisches Glück

Als Offenbachs «Rheinnixen» 2002 in Montpellier konzertant «wiederentdeckt» wurden, glich das einer Sensation, die vom Publikum heftig gefeiert wurde. Nicht minder Aufsehen erregend war die erste szenische Wiederbelebung 2005 in Ljubljana – einhundertein­undvierzig Jahre nach der Urauffüh­rung.
Jacques Offenbachs Oper «Les Fées du Rhin», deren deutscher Titel etwas...