Stadt und Land

Paris hat eigentlich fünf Opernhäuser: Zwei davon bilden zusammen den größten Opernbetrieb der Welt.

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Das deutsche und österreichische Repertoiresystem, im Einzelnen schon durch die normative Kraft des Fak­tischen in Frage gestellt, hat mit den Pariser Opern­gepflogenheiten wenig gemein. Das einzige Opernhaus, das sich mit deutschen Bühnen vergleichen lässt, ist die Opéra ­National mit ihren beiden Spielstätten Opéra de Bastille (2700 Plätze) und Palais Garnier, der alten Grand Opéra, mit offiziell 1979 Plätzen, von denen wegen Sichtbehinderung aber nur rund 1750 verkauft werden.

Die Opéra National besitzt ein ­eigenes Orchester mit 170 Mitgliedern, der Chor umfasst 108 festangestellte Sängerinnen und Sänger. Die Größe des Or­ches­ters gestattet für viele Produktionen mit Zweiteilung des Ensembles in «grünes» und «blaues» Orchester. Eine Farbe ist ­jeweils einem Projekt zugeordnet, was bedeutet: Die Besetzung ist für jede Vorstellung immer konstant. Einen «fliegenden» Musikerwechsel von Abend zu Abend gibt es nicht. Der amtierende Dirigent kann sich darauf verlassen, dass das in den Proben Erarbeitete auch in der folgenden Vorstellungsserie gesichert ist.
Wer die Pariser Nationaloper einschätzen will, etwa im Vergleich zu Wien, München, Berlin, darf die Rolle des Balletts nicht ...

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Opernwelt Juli 2006
Rubrik: Thema, Seite 38
von Gerhard Rohde

Vergriffen
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