Verführung mit Abstrichen

St. Margarethen | Festspiele | Mozart: Don Giovanni

Opernwelt - Logo

Aus dem Steinbruch von St. Margarethen nahe Wien holten schon die Römer das Baumaterial für ihre Siedlung Carnuntum; später wurde mit dem dort gebrochenen Sandstein auch der Wiener Stephansdom gebaut. Mitte der 1990er-Jahre entdeckte man das Areal fürs Musiktheater und hält sich seitdem recht eng ans erweiterte Opern-ABC: «Aida» und «Carmen» kamen bereits mehrmals, «Die Zauberflöte» und «Nabucco» ebenfalls. In diesem Jahr steht Mozarts «Don Giovanni» auf dem Programm.

Wegen der 2011 gleichzeitig durchgeführten Passionsspiele verlegte man die Aktion von der großen auf die nach einem ehemaligen Leiter des Steinbruchs benannte «Ruffini»-Bühne. Dafür wurde deren Zuschauertribüne von 1500 auf 2185 Plätze erweitert – was vor allem Besucher mit längeren Gliedmaßen zu spüren bekommen.

Regie führte Thilo Reinhardt, sonst vor allem an der Komischen Oper in Berlin tätig. Sein ständiger Bühnenbildner Paul Zotter schuf die pittoreske Bühne: mediterrane Stadthausfassaden, die kaleidoskopartig verschoben werden und überraschende Einblicke bieten; im Zentrum Don Giovannis vielfältig und vorzugsweise natürlich erotisch genutzte Kutsche. In diesem Rahmen entfaltet sich ein munteres Spiel, bei dem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Panorama, Seite 71
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
Der Sache verpflichtet

Die entscheidenden Sätze fallen en passant. Eigentlich geht es um Pollini, um den Eklat, den der Pianist 1995 bei den Salzburger Festspielen auslöste, als er sich in einem Konzert mit einem einzigen Werk hören ließ, dem «Klavierstück X» von Stockhausen. Davor hatte er das Feld anderen Musikern überlassen, den Zuhörern im Mozarteum Monteverdi vorgesetzt und Nono,...

Ein Whopper für Isolde

Angefangen hat es in Neustrelitz. An einem «lichten Sommertag» vor 14 Jahren. Irgendwie hatte es Ralph Bollmann in die ehemalige Hauptstadt des Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz verschlagen. Doch vom Schloss, aus dem die bis heute verehrte Preußenkönigin Luise stammte, ist nur ein Schotterplatz geblieben. Auch sonst fand der Historiker kaum Spuren aus einer Zeit,...

Editorial Doppelheft 2011

Was für ein verrückter Festspielssommer. Übergänge prägen ihn – und Diffusitäten. Europas drei wichtigste Opernfestivals liegen diesbezüglich vorne. Anfang und Innovation sind überall gewollt. Doch die Selbstverortung ist schwieriger denn je. Können Festspiele überhaupt noch Perspektiven öffnen? Oft in diesem Sommer dachte man: Alles läuft. Aber nichts geht.

Stichwo...