Ein Whopper für Isolde
Angefangen hat es in Neustrelitz. An einem «lichten Sommertag» vor 14 Jahren. Irgendwie hatte es Ralph Bollmann in die ehemalige Hauptstadt des Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz verschlagen. Doch vom Schloss, aus dem die bis heute verehrte Preußenkönigin Luise stammte, ist nur ein Schotterplatz geblieben. Auch sonst fand der Historiker kaum Spuren aus einer Zeit, als Deutschland noch ein Flickenteppich stolzer Zwergstaaten war, die (fast) alle ihr eigenes Theaterchen unterhielten, samt Schauspieltruppe, Sängern und Kapelle. Auch in Neustrelitz gab es ein kleines Theater.
Und im Unterschied zur herzoglichen Residenz hatte es den Krieg unbeschadet überstanden. Eben dort geschieht «das Wunder»: Der ahnungslose Flaneur besucht eine Aufführung von Beethovens «Fidelio» – und ist begeistert. Nun will er wissen, was die rund 80 anderen festen Opernensembles der Republik so machen und was es mit all den unbekannten Orten auf sich hat, in denen sie spielen. So wurde Neustrelitz zum Ausgangs- und Fluchtpunkt einer etwas anderen Deutschland-Tour, die von Flensburg bis Passau und von Görlitz bis Trier führte.
Die Eindrücke von seinen Exkursionen hat Bollmann nun in einem Buch zusammengefasst, ...
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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Medien | Bücher, Seite 54
von Albrecht Thiemann
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