Verführen und lächeln
Giacomo Meyerbeer, internationalster aller Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts, ist wieder im Gespräch. Diana Damrau, eine der erfolgreichsten Sängerinnen unserer Tage, widmet ihm nun sogar ein ganzes Solo-Album. Dabei darf natürlich die berühmte «Schattenarie» aus jener manieristischen Oper von 1855, die wir als «Dinorah» kennen, nicht fehlen.
Großartig, wie die inzwischen hörbar gereifte Stimme in diesem Paradestück jedes Koloratursoprans mit Tonleitern aller Arten brilliert! Nicht nur im gesungenen Text bringt Damrau «séduire» (»verführen») und «sourire» («lächeln») zum Reimen.
Überhaupt der Text: Die französische Sprache ist ja nicht gerade sängerfreundlich. Bei der auch im Privatleben Französisch sprechenden Sopranistin versteht man dennoch jede Silbe. Selbst wenn es um Pariser Opern geht, bleibt Damraus Gesangstechnik (übrigens ebenso wie Meyerbeers kompositorisches Denken) hörbar vom Italienischen geprägt. Dabei zielt sie nicht nur auf ihr eigentliches «Fach», sondern ebenso auf das Ausloten neuer Ausdrucksbereiche.
Die Stimme ist in der Tiefe wärmer und sonorer geworden, was sich besonders schön in einem kaum bekannten, weil in den meisten Ausgaben fehlenden Solo aus ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2017
Rubrik: CD des Monats, Seite 25
von Anselm Gerhard
Pforzheim feiert, mit gutem Grund. Man begeht den 250. Jahrestag der Eröffnung einer Uhrenmanufaktur. Lange Zeit war die Stadt im Schwarzwald ein Zentrum der Schmuckproduktion. Doch die meisten Jobs in dieser Industriesparte wurden seit den 1980er-Jahren abgebaut. Die Arbeitslosenquote ist die höchste in Baden-Württemberg.
Das hat Auswirkungen auch auf das...
58. Jahrgang, Nr 7
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752302
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
redaktion@opernwelt.de
www.der-theaterverlag.de/opernwelt
Redaktion
Jürgen Otten, Albrecht Thiemann (V. i. S. d. P.)
Redaktionsbüro
Andrea Kaiser...
Anfangs hatte es Iko Freese mit der Oper nicht leicht. «Ich war ein Theaterjunkie, sagt er lachend, «und vom Schauspiel kommend fand ich sehr befremdlich, was die Sänger auf der Opernbühne machten. Keiner bewegte sich, es wurde viel herumgestanden, es ging nie um authentische Emotionen. Ich habe es gehasst, wenn mich ein Auftraggeber in die Oper schickte. Die Musik...
