Verflixte Größe

Dänemarks reichster Mann schenkt der Nation ein Opernhaus nach seinem Geschmack. Dafür wurde er heftig kritisiert. Doch die eigentlichen Probleme beginnen erst mit dem Versuch, die neue Bühne künstlerisch zu füllen

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Richtig putzig wirkte die alte Kulisse plötzlich: ein zierliches Stück Sperrholz-Barock in neuer, hochtechnisierter Umgebung. Wenn Carl Nielsens «Maskarade», die dänische Nationaloper schlechthin, bisher im Königlichen Theater am Kongens Nytorv gespielt wurde, war die Bühne voll mit einem Halbrund aus Balkons und Türen. Nun, auf der Bühne von Kopenhagens neuem Opernhaus, wirkte dieselbe Kulisse wie eine Puppenstube. Und genau das sollte sie auch.

Denn beim Gala-Konzert zur Einweihung war sie nicht nur Hintergrund-Dekoration, sondern auch augenzwinkerndes Signal: So riesig ist unsere neue Bühne, so wachsen wir über uns hinaus, so knüpfen wir aber auch an unsere ehrwürdige Tradition an – das alles flüsterte das Halbrund 1500 Ehrengästen entgegen. Knapp eine Million Fernsehzuschauer waren dabei, was bei einem Land mit fünfeinhalb Millionen Einwohnern einiges sagt über Achtung und Neugier, die man dem neuen Haus entgegenbringt.
«Operaen» ist also mehr als ein Stück  Architektur, mehr als eine Angelegenheit für Musikfreunde. Sie ist ein nationales Ereignis, und deswegen hat sie schon im Vorfeld heftige Kontroversen ausgelöst. Es begann mit dem Bauplatz. Gegenüber von Schloss ...

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Opernwelt März 2005
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Stephan Mösch

Vergriffen
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