Tschaikowsky: Pique Dame
Eine Gruppe Touristen huscht an den Männern in grellem Orange vorbei. Von wegen Sonntagsspaziergang, hier wird gearbeitet! Kräne zerlegen die Standbilder vergangener Epochen, was früher war, interessiert heute keinen mehr, weg damit, nur das Neue zählt. So läuft das in Putins Russland. Sagt Regisseur Vilppu Kiljunen. Die Neureichen wickeln ihre Immobiliengeschäfte ab und hören nebenbei von der Gräfin, die mit drei Karten beim «Jeu de la Reine» gewann. Letzteres verschweigen die Übertitel, sie hat gewonnen, basta, wann und wo spielt keine Rolle. Also die Neureichen.
Die tragen in Helsinki Nadelstreifen oder Jeans von der Stange (müsste das nicht eigentlich Prada, Gucci oder Escada sein?), rauchen Joints, singen Karaoke, greifen ins Keyboard, langweilen sich auf sado-masochistischen Partys, schreiben E-Mails und spielen Karten unter einer monströsen Matrix-Medienmaschine, an deren schwarzen Tentakeln Bildschirme wuchern, über die Katastrophenfilme, Nachrichten, Talkshows, Börsenkurse, Soaps flimmern.
Jetzt haben wir aber wirklich eine Menge gelernt! Fassen wir zusammen: Erstens: Auch heute gibt es noch Verzweifelte, Scheiternde, Spielsüchtige, unglücklich Liebende (darauf wären wir ...
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Ein gutes Jahr noch, dann gehen die alten Lotsen von Bord. Zum Ende der Spielzeit 2005/06 werden Sir Peter Jonas und Zubin Mehta Münchens Musiktheater-Flaggschiff an Christoph Albrecht und Kent Nagano übergeben. Was den designierten Generalmusikdirektor betrifft, scheint die Vorfreude schon jetzt hohe Wellen zu schlagen. Zwar war Bayerns Kapitale zu Naganos...
Etwas linkisch steht der junge Mann vor den zumeist älteren Herren, die ihn stumm und kühl anblicken. Es wäre übertrieben, würde man behaupten: Sie mauern. Aber skeptisch sind sie schon. Er redet viel und keineswegs auf den Punkt. Seine Witze, die auflockern wollen, verpuffen, weil ihre Pointen nicht sitzen. Nein, Carlos Kleiber hatte es nicht leicht, als er 1970...
Im Gegensatz zu «Pelléas et Mélisande», dessen Libretto eine von Debussy gekürzte Version von Maeterlincks Schauspiel darstellt, hat Maeterlinck «Ariane et Barbe-Bleue» als «Conte en trois actes» von vornherein als Opernlibretto konzipiert (und an Grieg als Komponisten gedacht). Beide Stücke ähneln einander mit ihrem Parlando der Singstimmen, das aus Rhythmus...
