Tschaikowsky: Pique Dame
Eine Gruppe Touristen huscht an den Männern in grellem Orange vorbei. Von wegen Sonntagsspaziergang, hier wird gearbeitet! Kräne zerlegen die Standbilder vergangener Epochen, was früher war, interessiert heute keinen mehr, weg damit, nur das Neue zählt. So läuft das in Putins Russland. Sagt Regisseur Vilppu Kiljunen. Die Neureichen wickeln ihre Immobiliengeschäfte ab und hören nebenbei von der Gräfin, die mit drei Karten beim «Jeu de la Reine» gewann. Letzteres verschweigen die Übertitel, sie hat gewonnen, basta, wann und wo spielt keine Rolle. Also die Neureichen.
Die tragen in Helsinki Nadelstreifen oder Jeans von der Stange (müsste das nicht eigentlich Prada, Gucci oder Escada sein?), rauchen Joints, singen Karaoke, greifen ins Keyboard, langweilen sich auf sado-masochistischen Partys, schreiben E-Mails und spielen Karten unter einer monströsen Matrix-Medienmaschine, an deren schwarzen Tentakeln Bildschirme wuchern, über die Katastrophenfilme, Nachrichten, Talkshows, Börsenkurse, Soaps flimmern.
Jetzt haben wir aber wirklich eine Menge gelernt! Fassen wir zusammen: Erstens: Auch heute gibt es noch Verzweifelte, Scheiternde, Spielsüchtige, unglücklich Liebende (darauf wären wir ...
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