Utopieraum Theater

Der Film «Das Haus der guten Geister» ist eine Hommage an den Intendanten und Regisseur Jossi Wieler

Der Titel ruft lässt unvermittelt die Erinnerung an einen der schönsten Romane aus der sprudelnden Feder Isabel Allendes hervor: «Das Geisterhaus». Und ebenso an die Stückadaption des Stoffes, «The House of the Spirits» von Cavidad Svich. Doch keine Sorge, durch diese heiligen Hallen geistern keine Gespenster, sondern lauter inspirierte Menschenkinder. So zumindest muss man es annehmen, hat man den Dokumentarfilm von Marcus Richardt und Lillian Rosa angeschaut und auf sich wirken lassen.

«Das Haus der guten Geister» ist nicht weniger als eine Hommage an Jossi Wieler, der von 2011 bis 2018 die Geschicke der Staatsoper Stuttgart leitete. Und das meist mit Fortune und künstlerischem Erfolg.

Der Blick der Regisseure auf ihn, auf seine Arbeit, ist, mit einem Wort: hingebungsvoll. Kindlich staunend fährt die Kamera durch das Opernhaus, über Seenlandschaften und andere Sehnsuchts-, Erinnerungs- und Herkunftsorte. Und ebenso ist sie auch auf den Intendanten und Regisseur Wieler gerichtet, wenn er die Ideale seiner Arbeit formuliert – das übrigens in der für ihn gewohnten Art überaus selbstkritisch. Nicht weniger als eine «Utopie für die Gesellschaft» strebt Wieler mit seinen Arbeiten (und ...

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Opernwelt Mai 2021
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Jürgen Otten

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