Unter Wert verkauft
Es ist schon merkwürdig, dass Humperdincks beliebte Märchenoper seit mehr als sechzig Jahren nicht mehr im Royal Opera House zu sehen war. Höchste Zeit, das Stück endlich wieder einmal ins Programm zu nehmen. Für die Inszenierung zeichneten Patrice Caurier und Moshe Leiser verantwortlich, ein Regie-Duo, das an Covent Garden zuletzt mit «La Cenerentola», «Il turco in Italia», «Madama Butterfly» und Ambroise Thomas’ «Hamlet» eine bemerkenswerte Erfolgsserie hinlegte.
Gesungen wurde auf Deutsch – keine Selbstverständlichkeit, wenn man an die Aufführungsgeschichte von «Hänsel und Gretel» in Großbritannien denkt.
Doch leider fügte sich der Abend nicht zu einem schlüssigen Ganzen, kam der unheimliche Charme der Geschichte kaum zur Geltung. Christian Fenouillats Bühne und Agostino Cavalcas Garderobe stammen aus unserer Zeit. Besenbinder Peter spaziert, offenbar nach einem glänzenden Geschäftstag, mit Plastiktüten voller Feinkost herein. Die Neigung zu Bildern von Heute schafft freilich auch Probleme. Jene Erscheinungen etwa, vor denen die Kinder sich im nächtlichen Wald eigentlich fürchten oder die sie in Bann schlagen sollten, verströmen den Reiz des Alltäglichen oder gar des ...
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