Pure Neugier
Herr Spuck, was hat Sie bewogen, sich der Oper zuzuwenden? Ein äußerlicher Anlass? Innere Notwendigkeit?
Neugierde. Faszination eines Metiers, das ich schon immer mochte. Einer der Gründe, weswegen ich vor drei Jahren am Theater Heidelberg die Oper «Berenice» von Johannes Maria Staud inszeniert habe, war der Wunsch, intensiver an der Entwicklung der Bühnenfiguren zu arbeiten. Ich hatte eben in Stuttgart mit «Lulu» mein erstes abendfüllendes Ballett choreografiert und dabei den Eindruck, die Charaktere nicht stark genug entwickelt zu haben.
Bei der Oper hoffte ich, das besser, genauer zu machen und dazuzulernen.
«Berenice» war nicht wirklich Ihre erste Opernarbeit. Eigentlich haben Sie sich schon als Assistent von Marco Santi mit dem Metier vertraut gemacht.
Das ist insofern richtig, als wir Rameaus «Les Boréades» im Alten Theaterhaus mit Frieder Bernius und dem Stuttgarter Barockorchester und zwei Jahre später «Les Indes galantes» in einer nur leicht gekürzten Fassung mit demselben Team im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg erarbeitet haben. Bei beiden Werken handelte es sich allerdings weniger um Inszenierungen als um choreografische Arbeiten im Rahmen konzertanter Aufführungen. ...
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Der neue Mann hat bereits geurteilt: Dieses Opernhaus sei renommiert, aber «etwas heruntergekommen». Aviel Cahn, der neue Chef der Vlaamse Opera in Antwerpen/Gent, hielt sich mit garstigen Bemerkungen über seinen Vorgänger Marc Clémeur nicht zurück. In den achtzehn Jahren von Clémeurs dortigem Wirken habe sich eine «gewisse Laisser-faire-Stimmung breit gemacht»....
Es gehört zum Job des Intendanten, die Werbetrommel zu rühren und im Rückblick ein bisschen zu verklären. «Wohl selten ist eine zeitgenössische Oper unter glücklicheren Umständen geboren worden», meinte Gustav Rudolf Sellner über die Uraufführung von «Der junge Lord» an der Deutschen Oper Berlin. 1965 fand die statt, und natürlich meinte Sellner die Umstände der...
Frau Garanca, dürfen wir kurz aus einer Oper zitieren?
Ich bin gespannt.
Also: «Stirb, Ungeheuer, durch unsere Macht!»
O Gott!
Denken Sie noch manchmal an jene fernen Zeiten, als Sie das gesungen haben? An das Südthüringische Theater zu Meiningen in der Saison 1999/2000?
Ja, schon. Und ich mache mir manchmal schon Gedanken, was gewesen wäre, hätte ich dieses...
