Unter Leuten

Tschaikowsky: Eugen Onegin in Hannover

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Faltenröcke machen früh alt. Jener, in dem die verträumte Bücherratte Tatjana steckt, lässt die junge Frau zu Beginn bereits wie ihre eigene Oma aussehen, die mit Vorliebe vom Damals erzählt, als die Zukunft noch so viel besser war. Doch die Schwärmerin singt sich in ihrer Briefszene empor aus dem wohlsortiert-langweiligen Landleben jenes Spießbürgeridylls, das Susanne Gschwender da in ihrem wunderbar wandlungsfähigen Einheitsbühnenbild ersonnen hat.

Die mächtig hohe Halle von Larinas Gutshaus könnte aus besseren russischen Provinzkreisen der 1950er-Jahre stammen; sie markiert messerscharf die Mitte zwischen privatem und öffentlichem Raum, in dem den Blicken und Ohren des Chorkollektivs garantiert nichts Intimes verborgen bleiben kann. So trällern die beiden Schwestern Olga und Tatjana ihr Liedchen zur Klavierbegleitung lieber im hintersten Winkel der teuren Halle als bestmöglichem Rückzugsort. Wie es sich für anständige Leute auch auf dem Lande gehört, stehen die Regale voller Bücher, hängen romantische Gemälde dichtgedrängt an den grüngraulichen Wänden und steht eben ein Klavier in der Ecke. 

Als nach dem Eifersuchtseklat beim Fest zu Tatjanas Namenstag, bei dem sich die ...

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Opernwelt 7 2022
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Peter Krause

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