Unter der Sonne Spaniens
Christof Loy ist seit mehr als 35 Jahren im Operngeschäft – und in der Wahl seines Repertoires immer schon eigenwillig gewesen. Einige Werke des Kernrepertoires hat der Regisseur bewusst ausgelassen. So hat er nie eine «Butterfly» inszeniert, keinen «Rigoletto» und keinen «Trovatore», weder den «Fliegenden Holländer» noch den «Ring». Sein Faible galt (und gilt) dem Randrepertoire. In den letzten Jahren zählten dazu Raritäten wie Korngolds «Wunder der Heliane» und Zandonais «Francesca da Rimini»; beide Bühnenwerke kamen an der Deutschen Oper Berlin heraus.
Nun aber wagt sich Loy gleich an ein ganzes Genre, das in Mitteleuropa bis heute als folkloristische Nebensache gilt: die spanische Zarzuela.
Am Premierenabend lässt es sich Loy nicht nehmen, das Basler Publikum darauf aufmerksam zu machen, es wohne womöglich einem historischen Moment bei. «El barberillo de Lavapiés» ist tatsächlich die erste szenische Produktion einer Zarzuela auf einer mitteleuropäischen Theaterbühne. Solche Vernachlässigung will der Regisseur unbedingt ändern, denn er glaubt an die Kunstform, die er keineswegs verengt sieht auf das Label «Operette»; tatsächlich ist die Zarzuela fast so alt wie die Oper und ...
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Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Regine Müller
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