Weniger wäre hier mehr
Zuverlässig im Halbjahrestakt schreitet Opera Rara mit seiner Gesamtaufnahme von Donizettis Sololiedern voran. Seit wenigen Wochen liegen die Teile 5 & 6 vor. Das ambitionierte, auf acht Alben angelegte Projekt dürfte also im kommenden Jahr zum Abschluss gelangen. Als Sängerin brilliert diesmal Ermonela Jaho. Ihr wurden vom Produktionsteam sowohl 18 Lieder in italienischer als auch 19 in französischer Sprache zugedacht. Wieder einmal kann man sich nur begeistern an erlesenen Beispielen von Donizettis vielseitiger Liedkunst.
Etwa an «Les billets doux», einer Klage, in der die Briefe eines untreuen Liebhabers dem Feuer überantwortet werden. In «La mère et l’enfant» erfahren wir, wie im bitterkalten Winter das Kind einer Bettlerin verhungert. «Le bal masqué», ein Drama en miniature, lenkt den Blick auf eine junge Frau, die entdeckt, wie sich ihr Partner in der gegenüberliegenden Loge des Opernhauses mit einer neuen Eroberung vergnügt.
Unter den italienischen Liedern fasziniert eine sehr freie Nachdichtung von Goethes Ballade «Der Fischer» mit ihren harschen Stimmungswechseln. Eine anrührende Klage auf Bellinis Tod – für Maria Malibran auf ein Gedicht Andrea Maffeis, des späteren ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Medien, Seite 32
von Anselm Gerhard
Der Banyan-Baum besitzt in Taiwan eine hohe Symbolkraft. Sein breites Blätterdach bietet Schatten vor der subtropischen Sonne, Schutz bei nachmittäglichen Regengüssen und Platz für Schachspieler oder Picknickrunden. In Kaohsiung, mit 2,7 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes, wächst er auch auf dem Gelände von Weiwuying, einem ehemaligen...
Die Kinderstube von Prinz und Prinzessin verrät den Parvenü-Zaren. Statt pädagogisch hochwertigem Holzspielzeug sieht man einen Haufen inflationäres Plastik. Einzelstücke zieren sonst die Kinderzimmer eher bildungsferner Schichten. Die maßlose Häufung im Kreml weist den «Herrscher aller Reußen» als sozialen Aufsteiger und Neureichen von zudem zweifelhafter...
Als Carolina López Moreno in der Titelrolle ihre Arie «In quelle trine morbide» im zweiten Akt in ein intensives piano kleidet (sie trauert hier der Zeit mit Des Grieux nach), da deutet sich schon an, dass ihr großer Schlussauftritt «Sola, perduta, abondonata» etwas Besonderes werden könnte. In der Kölner Oper im Staatenhaus kniet sie in einer Industriebrache...
