Unter dem Brennglas
Wir leben im Zeitalter der Beschleunigung. Höher, schneller, weiter – das ist das inhärente Credo des Kapitalismus. Entschleunigung zu denken galt bislang als gesellschaftskritische Position. Dann kam Corona. Lockdown. Stillstand. Zeit zum Nachdenken – auch über die Zukunft des Theaters. Zeit zum Nachdenken, wie Theater- und Kunstproduktion Relevanz entfalten können, während und nach der Krise.
Um genau zu sein: nach der Corona-Krise, denn eine komplexe globale Krise war auch vor der Pandemie schon da: die Klimakrise, die Krise der wachsenden Ungleichheit zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden, Flucht- und Migrationsbewegungen, die Krise der wachsenden sozialen Gräben in Europa, Rechtsruck. Das Credo Christoph Schlingensiefs, die Krise als Chance zu begreifen, drängt sich auf: Nachhaltigkeit und Entschleunigung könnten als Handlungsanweisungen für einen neuen Umgang mit der globalen Krise dienen. Denn Covid-19 hat die Krisensymptome und zu lang geduldeten Missstände wie unter einem Brennglas sichtbarer gemacht.
Künstler*innen sind unentbehrliche Akteur*innen in globalen Krisen. Eben deshalb erlebt politische Kunst seit vielen Jahren ein Revival, oft mit Formen, die ...
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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Thema, Seite 46
von Amelie Deuflhard
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der bei Redaktionsschluss angekündigten Musiktheaterpremieren der Monate September/Oktober 2020. Alle Angaben ohne Gewähr! Informationen zu Wiederaufnahmen und Repertoirevorstellungen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link:
www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theat...
Marina Abramović
Seit zehn Jahren beschäftigt sie sich mit Leben und Wirken der ultimativen Primadonna assoluta. Nun realisiert die serbische Performance-Künstlerin in München ihr Opernprojekt «7 Deaths of Maria Callas». Mit Arien, die Callas unsterblich machten, sowie der Musik eines Landsmanns: des Komponisten Marko Nikodijević. Wir sind dabei
Rebecca Ringst
Sie...
Ein Horn begleitet die Titelheldin auch hier. Doch Klarinette und Fagott gesellen sich dazu, eine Zwiesprache, die weniger das Leid einer verklärten, vergötterten Heroine zum Ausdruck bringt als einer verletzten, zagenden Frau. Eine Nummer kleiner, das trifft es nicht ganz bei Ferdinando Paër und seiner 1804 in Dresden uraufgeführten «Leonora». Es ist, wenn man so...
