Uns kriegt nichts unter!
Die größte Herausforderung, die es für Hänsel und Gretel in Engelbert Humperdincks Oper zu bewältigen gilt, ist nicht die böse Frau aus dem Wald, sondern überhaupt die Not des Lebens: Hunger, Armut, Verlassenheit. Erst im letzten Drittel des Stücks taucht die Knusperhexe auf, die in der Vorlage der Brüder Grimm noch Drehpunkt des Märchens ist. Bei Humperdinck und seiner textdichtenden Schwester Adelheid Wette ist die Hexe dagegen ein eher komisch als wirklich bedrohlich anmutender Fluchtpunkt der Handlung.
Viel eindrücklicher ist, wie die Figuren zuvor den Zumutungen des Lebens ausgesetzt sind und wie sie sie meist spielerisch bewältigen: mit Durchhaltevermögen, mit Humor, mit der Kraft der Phantasie und mit Gottvertrauen. «Hänsel und Gretel», so könnte man heute sagen, ist die große Oper der Resilienz: Hier werden Bewältigungsstrategien vorgeführt, von denen uns manche abhanden gekommen sind.
Dagmar Manzel, Schauspielerin, Sängerin und neuerdings auch Regisseurin, bringt das an der Komischen Oper Berlin nun anrührend auf die Bühne. Mit dem Kindermusical «Pippi Langstrumpf» auf Musik Franz Wittenbrinks hatte die Lieblingsdarstellerin Barrie Koskys vor zwei Jahren einen umjubelten ...
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Opernwelt März 2025
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Clemens Haustein
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Der Augenblick der Seligkeit, er währt nur wenige entrückte Minuten. Wie ein mondbeschienener Liebestraum in Ges mutet dieses Andantino non troppo lento im wiegenden 6/8-Takt an, in dem Anna Brull (als stimmlich wie darstellerisch exquisite Königin von Karthago) und Iurie Ciobanu (als glaubhaft mit sich und den Umständen ringender trojanischer Krieger) innig...
Erotik als strafbares Mysterium, der sündhafte Mensch unter der Knute Gottes, und das weltberühmte Schmerzensmal eines queeren Komponisten: Dieses Konzert der Berliner Philharmoniker vereinte emotionale und spirituelle Rammböcke. Samuel Barbers «Adagio for Strings» und Sofia Gubaidulinas 2020 unter Oksana Lyniv in Wien uraufgeführtes Orchesterwerk «Der Zorn Gottes»...
