Rauch wird doch alles

Die Berliner Operngruppe wirbt überaus erhebend für Wolf-Ferraris Intermezzo «Il segreto di Susanna»

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Gesundheitsapostel hat es schon vor 100 Jahren gegeben. Einer der schlimmsten: Graf Gil, männliche Hauptperson in Wolf-Ferraris Intermezzo «Il segreto di Susanna», uraufgeführt 1909. Der Herr hasst das Qualmen, selbst auf der Straße fühlt er sich vom Tabaksgeruch belästigt, und im eigenen Haus nimmt seine Überempfindlichkeit ehegefährdende Dimensionen an, vermutet er doch hinter dem Rauch einen Liebhaber seiner Frau.

Susanna benimmt sich in der Tat höchst verdächtig, und so eskaliert der Konflikt, unterbrochen von Treueschwüren, bis schließlich Gil ersatzweise gegen einen Regenschirm zu wüten beginnt, um die Gattin zu verschonen – ein komödientauglicher Fetisch, an die Billard-Szene aus dem «Wildschütz» erinnernd, wo zwei Rivalen mit ihren Queues aufeinander losgehen.

Ermanno Wolf-Ferrari verstand exzellent zu instrumentieren, und die Ausführenden machen aus dem Feinschnitt ein höchst bekömmliches Genussmittel, selbst in den wenigen Takten mit vierfachem forte. Garantiert unparfümiert, ohne operettenübliche Zusatzstoffe! Zwar stürmen Gils Eifersuchtsanfälle in greller Chromatik durch die piemontesische Villa, aber Susanna besänftigt seinen Zorn dank jener entspannten ...

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Opernwelt März 2025
Rubrik: Medien, Seite 27
von Volker Tarnow

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