Unglück der Erinnerung

Das Prinzip Wiederholung und wie es sich in zwei Musiktheaterwerken von Salvatore Sciarrino und Bernhard Lang ausdrückt

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Der Held ist absent. Hat sich aus dem Staub gemacht, kurz bevor es ernst zu werden drohte. Nichts wird es nun mit der anberaumten Hochzeit zwischen ihm, Parsifals Sohn, und der edlen Jungfrau Elsa. Leer ge­räumt steht die Hochzeitsvilla, leer geräumt ist Elsas Seele. Und wie leer geräumt sind auch die Klänge, die durch die hohen Räume vagieren, ausgehöhlt, geräuschhaft und doch: insistierend. Klänge sind es, die aus dem Nichts zu kommen scheinen und eben dorthin auch wieder streben. Klänge, die vom Abschied erzählen und vom Irresein.


Es ist eine beklemmende Szenerie, die in der azione invisible per solista, strumenti  e voci «Lohengrin» von Salvatore Sciarrino imaginiert wird. Fern jeder romantischen Verschwendungssucht, bewegt sich die Musik, 1982 komponiert und 1984 veröffentlicht, wie ein Schatten durch die Welt; ein sehr schmaler Schatten. «Lohengrin», das vielleicht spektakulärste Bühnenwerk Sciarrinos, verweigert sich einer epischen Erzählweise. Es ist radikale Reduktion, musikalisch wie szenisch. Das Sich-nicht-Ereignen ist das Programm dieses Anti-Musiktheaters, sein Kern, auf dieser Verweigerungshaltung fußt das dramaturgische Konzept: «Die Töne», so Sciarrino, «sind ...

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Opernwelt Juli 2008
Rubrik: CDs, Seite 52
von Jürgen Otten

Vergriffen
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