Liebe in Zeiten des Internets
Mal installieren sie einen Prada-Shop in der texanischen Wüste, mal verfrachten sie ein Sprungbrett aus einem Schwimmbad in einen Wohnraum: Die international gefeierten Künstler Michael Elmgreen und Ingar Dragset lieben es, alte Strukturen zu sprengen und neue Zusammenhänge zu stiften. Nach diesem Prinzip ging das dänisch-norwegische Duo auch bei der Eröffnngsproduktion für die 56. Internationalen Festspiele Bergen die Eröffnungsproduktion vor.
Die Grieghallen verwandelten sich in einen Kinosaal, Kaija Saariahos Oper «L’Amour de loin» wurde als Zeichentrickfilm im Stil japanischer Anime-Filme gezeigt.
Auf einer bühnenfüllenden Leinwand entspinnt sich in schwarz-weiß-blauen Bildern die eigentliche Handlung – jene geheimnisvolle Liebesgeschichte zwischen dem französischen Troubadour Jaufré
Rudel und der fernen Clémence, der Gräfin von Tripolis. Diese mittelalterliche Tiefenanalyse unstillbarer Sehnsucht, von Amin Maalouf in ein poetisches Libretto gegossen, verquicken Elmgreen und Dragset in ihrem Film mit einer heutigen Beziehung, die sich im Internet, genauer gesagt, im Chatroom anbahnt. So sieht man zum Beispiel, während Jaufré Rudel von den Vorzügen der Gräfin singt, wie auf ...
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Glyndebourne war einmal ein Ort, an dem (auf Einladung von Günther Ebert und Peter Hall) bedeutende Monteverdi-Pioniere arbeiteten. Doch das ist lange her, abgesehen von einer «Poppea» zum fünfzigjährigen Jubiläum des Festivals 1984. Wenn nun die neue «Poppea»-Produktion dort eines bestätigt, so die Erkenntnis, dass das Stück dramaturgisch größere Probleme aufwirft...
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Luigi Cherubinis «Médée» gerät seit ihrer Pariser Uraufführung 1797 regelmäßig in Vergessenheit, um periodisch immer wieder neu entdeckt zu werden. Ihre jüngste Renaissance mit Inszenierungen in Wien (siehe OW 5/2008) und Brüssel (siehe OW 6/2008) verdankt sie Heiko Cullmanns 2007 erschienener, preisgekrönter Neuedition im Simrock-Verlag. Der Klagenfurter...
