Ungelöste Rätsel

Immo Karaman inszeniert «Idomeneo» in Kiel als dunkles Kammerspiel mit vielen eigenwilligen Strichen in Mozarts Partitur

Opernwelt - Logo

Die zahlreichen Mozart’schen Opern-Wunder in irgendeine Rangfolge zu bringen, ist relativ sinnlos. Ein Geniestreich reiht sich, wenngleich in unterschiedlicher Intensität und musikdramaturgischer Logik, im Grunde an den anderen. Dennoch behauptet sich der «Idomeneo» des 25-Jährigen als Besonderheit, als Solitär.

Mozart selbst hielt diese in der Tat tiefsinnige und musikalisch frühreife Opera seria zeitlebens für eine seiner besten Schöpfungen; mehrfach versuchte er, das Auftragswerk, das 1781 im Münchner Residenztheater zur Uraufführung kam, später auch in Wien zu etablieren. Es gelang ihm jedoch lediglich, 1786 eine konzertante Aufführung im Palais Auersperg zu realisieren; zu diesem Anlass schrieb er die Partie des Idamante für einen Tenor um.

Seltsam genug: Bis heute wird der «Idomeneo» unterschätzt und trotz seiner unübersehbaren Qualität vergleichsweise selten aufgeführt. Was vielleicht auch daran liegen mag, dass das Gesangs-Ensemble in besonderer Weise gefordert ist. Denn es sind nicht nur exzellent geführte Stimmen gefordert, denen eine schlanke Virtuosität ebenso wie die Fähigkeit zu dramatischen Ausbrüchen abverlangt wird. Sie müssen sich auch in die ungemein subtilen, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 40
von Regine Müller

Weitere Beiträge
Es leuchtet meine Liebe

Ein Drama ist’s, ein gar schauerliches dazu. Und gleich in der ersten Strophe von Heines Ballade «Ritter Olaf» werden die katastrophischen Dimensionen dessen, was danach geschieht, schon in Umrissen deutlich: «Vor dem Dome stehn zwei Männer, / Tragen beide rote Röcke, / Und der Eine ist der König / Und der Henker ist der andere.» Und die dritte, möchte man...

Ein Plädoyer für Toleranz und Frieden

Moskau hat als Opernmetropole viel von seinem besonderen Flair eingebüßt. An den großen Häusern pflegt man die Tradition, die kleineren Bühnen schrecken davor zurück, politisch brisante Themen anzufassen – aus offensichtlicher Angst vor einem Staat, der seinen eigenen Angriffskrieg glorifiziert. Das einzige Juwel ist die 1990 vom Regisseur Dmitri Bertman ins Leben...

TV, Streams, Kino 8/26

arte
02.08. – 18.05 Uhr
Musikalisches Prater-Picknick
Im Sommer 2022 bereicherten die Wiener Symphoniker die frühsommerlichen Attraktionen im Prater um ein neues Open-Air-Format. Das Konzert hatte den Charakter eines musikalischen Familienpicknicks – die Zuschauerinnen und Zuschauer erhielten Decken und Körbe, saßen auf der Wiese und lauschten den Orchesterklängen...