Unerhört plastisch

Verdi: La forza del destino in Athen

Opernwelt - Logo

Verdis «La forza del destino» ist und bleibt ein Sorgenkind der Regie. Zu unüberschaubar das Gewirr der Handlung, zu lose gereiht die Szenenfolge um die Liebe zwischen der adeligen Leonora und dem «Mestizen» Alvaro aus indigenem Adel. Ein versehentlich sich lösender Pistolenschuss, die Verfolgung des getrennten Paares durch Leonoras fanatisch hassenden Bruder Carlo, das späte Zusammentreffen der Männer, die sich nicht erkennen wollen: Das alles ist starker Tobak.

Zumal das ruckelnde Geschehen auch noch durch Ausflüge in Genreszenen stottert, ohne dass diese wenigstens eine belastbare Folie für eine schlüssige Deutung lieferten.

Insbesondere zwei unsterbliche Nummern halten das Werk dennoch im Repertoire: die ikonische, wild vorwärtsdrängende, düstere Ouvertüre und ihre thematische Fortsetzung in der großen «Pace»-Arie der Leonora, einem der Glanzstücke von Maria Callas, die in Athen besonders verehrt wird. Also wurde es nach langen Jahren Zeit, das schwierige Werk dort wieder auf die Bühne zu holen, erstmals im Glasbau von Renzo Piano, dem Kulturzentrum der Niarchos-Stiftung in Piräus.

Am Premierentag herrscht Unruhe im Athener Stadtzentrum, mehr als 30.000 Demonstranten fordern ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2025
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Regine Müller

Weitere Beiträge
Und dann leuchtet diese Welt plötzlich

Aparter Name. «Milchmanns Kaffeehaus», das klingt nach Behaglichkeit. Nach Poesie, vielleicht sogar nach Stille. Und genau so ist dieses unweit des S- und U-Bahnhofs Pankow gelegene Berliner Café auch. Unaufdringlich, hell, mit schlichten Holztischen, stabilen Küchenstühlen und mit großen Fensterscheiben, die das Sonnenlicht hereinlassen, sowie Menschen, die hier,...

Pop-psychedelische Space-Oper

Auf einem braunen Ledersessel, hinter einem großen Lenkrad, sitzt eine Frau mit dunkler Sonnenbrille und Lederjacke. Mit einem türkischen Popsong auf den Lippen lenkt sie den fiktiven Bus an der Skyline einer Großstadt vorbei. Hinter ihr klammern sich zwei Männer und eine Frau an einer Haltestange fest und wippen schlecht gelaunt im Takt. Eine türkische Version des...

Ganz große Oper

Sie können sich aussuchen, wo Sie sitzen wollen. Es ist leider sehr schlecht verkauft», sagt die Platzanweiserin und weist bedauernd auf die spärlich besetzten Reihen des Mecklenburgischen Staatstheaters. Eines steht fest: Mit der aktuellen Produktion von Ethel Smyths Oper «Strandrecht» (die im französischsprachigen Original «Les Naufrageurs» heißt und heute meist...