Unerhört plastisch
Verdis «La forza del destino» ist und bleibt ein Sorgenkind der Regie. Zu unüberschaubar das Gewirr der Handlung, zu lose gereiht die Szenenfolge um die Liebe zwischen der adeligen Leonora und dem «Mestizen» Alvaro aus indigenem Adel. Ein versehentlich sich lösender Pistolenschuss, die Verfolgung des getrennten Paares durch Leonoras fanatisch hassenden Bruder Carlo, das späte Zusammentreffen der Männer, die sich nicht erkennen wollen: Das alles ist starker Tobak.
Zumal das ruckelnde Geschehen auch noch durch Ausflüge in Genreszenen stottert, ohne dass diese wenigstens eine belastbare Folie für eine schlüssige Deutung lieferten.
Insbesondere zwei unsterbliche Nummern halten das Werk dennoch im Repertoire: die ikonische, wild vorwärtsdrängende, düstere Ouvertüre und ihre thematische Fortsetzung in der großen «Pace»-Arie der Leonora, einem der Glanzstücke von Maria Callas, die in Athen besonders verehrt wird. Also wurde es nach langen Jahren Zeit, das schwierige Werk dort wieder auf die Bühne zu holen, erstmals im Glasbau von Renzo Piano, dem Kulturzentrum der Niarchos-Stiftung in Piräus.
Am Premierentag herrscht Unruhe im Athener Stadtzentrum, mehr als 30.000 Demonstranten fordern ...
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Opernwelt April 2025
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Regine Müller
Zukunftsmusik hat immer eine Beziehung zur Musik der Vergangenheit. Die Volksoper Wien hat eine fortlaufende Reihe an Stücken begonnen, in der Formen des Erzählens im Musiktheater untersucht werden. Ausgangspunkt ist stets die Verschmelzung bereits existierender mit neu komponierter Musik.
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