Unerfülltes Versprechen
Wenn der Hirsch röhrt, ist das in einer heutigen Aufführung einer romantischen Oper nur als ironisches Zitat zu verstehen. Bei Yona Kims Inszenierung von Robert Schumanns «Genoveva» am Nationaltheater Mannheim darf man sich da nicht so sicher sein. Denn das Gemälde, das an einer hellgrauen Wand aufgehängt wird, ist ästhetisch einwandfrei gearbeitet; die Hirschkuh liegt in waldigem Gebirge auf einer Anhöhe zu Füßen des beweihten Herrschers.
Die Reproduktion eines Gemäldes von Friedrich Gauermann birgt geheimnisvolle Dramatik, die zurückstrahlt auf die Betrachtenden, die zum Allegro-Teil der Ouvertüre die Bühne betreten haben: einer Gruppe von Frauen in pastellfarbenen Kostümen, zu der später eine somnambul wirkende, fragile Gestalt kornblumenblau leuchtend hinzutritt: Genoveva. Charakteristisch zacken dazu die Violinfiguren, die durch agogische Ausschläge immer wieder die Farbe der Hysterie annehmen.
Ein variabler weißer Proszeniumsrahmen, der wie eine Blende sich verengen lässt, fasst die Bilder. Schnell kann man so auf einen Bühnenausschnitt zoomen, wie auf den von Beginn an dort stehenden, leicht nach rechts versetzten Flügel, darauf ein dreiarmiger Bronzeleuchter, daneben ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Götz Thieme
Das Bild Neda Agha-Soltans, die bei einer Demonstration im Juni 2009 in Teheran starb, wurde zur Ikone der «Grünen Revolution». Der aus dem Iran stammende Komponist Nader Mashayekhi machte die von Milizen erschossene Studentin zur Titelgestalt seiner Oper «Neda – der Ruf», die – 2010 am Theater Osnabrück uraufgeführt – nun am Pfalztheater Kaiserslautern ihre...
Ein zweites Mal ausgebootet. Zunächst von Ulisse, dann von dessen Sohn Telemaco – nicht verwunderlich, dass die Oper mit einer Rache-Arie der göttlichen Calipso endet. Wobei: Es ist eher ein Wüten von der Stange, weniger aus originellem Musikerfindergeist geboren, mit dem Johann «Giovanni» Simon Mayr die Zuhörer entlässt. Zum Zeitpunkt seines «Telemaco», am 11....
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
zu den internationalen Spielplänen
Deutschland
Aachen
Theater Aachen
Tel. 0241/478 42 44
theaterkasse@mail.aachen.de
www.theateraachen.de
– Il trittico: 2.,
– Ariadne auf Naxos: 4., 14., 18., 22., 25., 30.
– Anatevka: 5.
– Powder her...
