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Ein zweites Mal ausgebootet. Zunächst von Ulisse, dann von dessen Sohn Telemaco – nicht verwunderlich, dass die Oper mit einer Rache-Arie der göttlichen Calipso endet. Wobei: Es ist eher ein Wüten von der Stange, weniger aus originellem Musikerfindergeist geboren, mit dem Johann «Giovanni» Simon Mayr die Zuhörer entlässt. Zum Zeitpunkt seines «Telemaco», am 11. Januar 1797 in La Fenice uraufgeführt und fast einen Monat lang pausenlos auf dem Spielplan, stand der Donizetti-Lehrer aus Oberbayern noch am Anfang seiner Opernkarriere.
Man hört es auf dieser Einspielung mit ihren oft formelhaften Arien, die der rührige Nachlassverwalter des Mayr’schen Œuvres vorlegt. Ohne Dirigent und Partiturenforscher Franz Hauk, ohne die Ingolstädter Mayr-Gesellschaft wäre vielen nicht klar, dass es da ein missing link zwischen Wiener Klassik-Galanterie und Belcanto gegeben hat.
Schon einige Gesamtaufnahmen hat Hauk gestemmt. Manches war etwas anfechtbar, der «Telemaco» mit seinen knappen Nummern und «französischen» Balletten aber stellt sehr zufrieden. Das liegt vor allem am Concerto de Bassus. Man spielt auf historischen Instrumenten, dabei wendig, mit Delikatesse in den Soli und eloquent in der ...
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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Markus Thiel
Das Bild Neda Agha-Soltans, die bei einer Demonstration im Juni 2009 in Teheran starb, wurde zur Ikone der «Grünen Revolution». Der aus dem Iran stammende Komponist Nader Mashayekhi machte die von Milizen erschossene Studentin zur Titelgestalt seiner Oper «Neda – der Ruf», die – 2010 am Theater Osnabrück uraufgeführt – nun am Pfalztheater Kaiserslautern ihre...
Dunkel soll es klingen, das Eisentor, das sich zu Beginn des vierten Aktes schließt. Verlauf und Zeitwerte dieses Sounds sind genau notiert, bis auf den letzten Akzent einer (sonst stummen) Quintole. Fortschreitend in Tontrauben zwischen dreifachem piano und forte. Dann mischt sich Gemurmel einer Menschenmenge in die rund um das Auditorium des Genter Opernhauses...
Der Name klingt lustig, irgendwie nach einer Dose für Lutschbonbons. Tatsächlich aber ist eine Dropbox ein externer Datenspeicher. Jochen Schönleber, Intendant der Rossini-Festspiele in Bad Wildbad, war so unklug, an einem solchen Aufbewahrungsort im Netz lose gereihte Sätze, Satzfetzen, einzelne Wörter abzulegen, die, wie er selbst sagt, für niemanden außer ihn...
