Und die Sterne leuchten wieder
Natürlich kam einem der Dichter Matthias Claudius in den Sinn, als Mitte Juni 2024 die Nachricht durch die Musikwelt geisterte, Jodie Devos sei plötzlich gestorben, und einen wahren Schock auslöste, weil man das Unabänderliche nicht glauben konnte.
Und natürlich breiteten sich sofort auch Schuberts tieftraurige Klänge vor dem inneren Ohr aus, die der Komponist für seine Vertonung der Claudius-Verse ersonnen hatte, zuerst 1817 in jenem wolkenverhangenen d-Moll-Lied, das so sehr zu Herzen geht, dann sieben Jahre später in seinem vollendeten Streichquartett, dem man posthum und nicht ganz zu Unrecht den Namen gab, unter dem es heute bekannt ist: «Der Tod und das Mädchen». Und das war diese außergewöhnliche Sängerin ja beinahe noch, als sie von einer unheilbaren Krankheit erbarmungslos hinweggerafft wurde: ein Mädchen. In diesem Augenblick musste man unweigerlich an einen Satz von Vladimir Jankélévitch denken, aus seiner philosophischen Studie über das Ende des Daseins: «Der Tod», heißt es da in Anlehnung an eine Erzählung von Ivan Bunin, «gleicht einem Stern, den man nicht mehr sieht, wenn man ihn unverwandt betrachtet, nur der umherschweifende Blick kann ihn erhaschen».
35 Jahre ...
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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Virginie Germstein
arte
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Das Neujahrskonzert von 2025 unter der Leitung von Michele Mariotti ist ein Musikfest voller Höhepunkte.
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