Umtausch ausgeschlossen
Wir befinden uns im Kaufhaus «Sarastro’s», dessen Firmenlogo mit dem großen S ganz zufällig dem Dollarzeichen gleicht. Hoch oben im zehnten Stockwerk residiert der geheimnisvolle Boss, umringt von seinen Logenbrüdern mit Kapitalistenzylindern auf dem Kopf. Und unten im Keller rumort zwischen allerlei Gerümpel die Königin der Nacht. Die szenische Klammer bildet der Aufzug, dessen Automatiktür das ganze Bühnenportal deckt. Mit einem einfachen Trick – senkrecht bewegliche Wandstreifen links und rechts – wird der Eindruck der Auf- und Abwärtsfahrt hervorgerufen.
Das ist nicht nur witzig, sondern auch funktional, was die Szenenwechsel angeht. Denn die Handlung spielt auf den diversen Verkaufsetagen, wobei das Warenangebot als Requisite und Dekoration dient. Die drei Damen verkaufen Parfümerie im Parterre, die Schlange im ersten Bild ist ein Plastik-Dino aus der Spielzeugabteilung, und wenn sich Monostatos über Pamina hermacht, zerrt er sie in die Umkleidekabine. In der Bildnis-Arie singt Tamino eine nackte Schaufensterpuppe an. Das Leben, ein Kaufhaustraum. Und die «Zauberflöte» ein Märchen aus der kapitalistischen Warenwelt.
Aber wie es mit dem Kapitalismus halt so ist: Geheimnisse, ...
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Opernwelt Januar 2015
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Max Nyffeler
Sterbehilfe am laufenden Band: Müde Menschen stehen Schlange beim industriellen Töten auf Verlangen. Hilfskräfte stülpen ihnen milchblaue Kittel über. Dann gibt es einen elektrischen Schlag, sie fallen auf einen Haufen. Dieser Schlachthof in Rom ist eine Goldgrube, die Nachfrage größer als das Angebot. Unter den Wolken muss die Müdigkeit grenzenlos sein. Die...
Im Rahmen der anspruchsvollen, mit raren und riskanten Stücken nicht geizenden Opernspielzeit am Theater Heidelberg ist dieser «Pelléas» ein szenischer Ausfall. Ja, ein Ärgernis. Und das trotz günstiger Voraussetzungen. Das Orchester findet unter seinem GMD Yordan Kamdzhalov zu jener sensiblen Klangbalance, von der Debussys scheues Meisterwerk lebt. Dass sich...
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Überhaupt nicht. Ich fühle mich eher als einer der ganz wenigen, die sich noch ernsthaft um die Stücke bemühen. Und Gott sei Dank habe ich Schüler, die genauso denken. Die Schauspielregisseure haben ein...
