Überwiegend glücklich

Die Sängerin Helene Schneiderman wird 70. Ein Porträt

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In Stuttgart rauscht der Sommer seinem Ende entgegen. Hoch blaut der Himmel, die Temperaturen verlieren ihre brachiale Kraft. Am Rande des Kessels, im Süden der Stadt, steht eine wahre Villa Kunterbunt. In diesem Haus aus den 1930er-Jahren wohnt Helene Schneiderman, Kammersängerin, Ehrenmitglied der Staatsoper Stuttgart, mit ihrem Mann, dem Grafiker und Künstler Michael Flamme. Auf dem Wohnzimmertisch liegen in einem Plastikbeutel eine mindestens 30 Zentimeter lange Stahlstange, dazu ein paar monströse Schrauben. Neulich aus ihrem linken Bein entfernt.

Souvenir eines Autounfalls vor anderthalb Jahren. Noch ins Krankenhaus schickte damals der Freund und Regisseur Jossi Wieler angesichts einer verabredeten Monteverdi-Produktion die Nachricht: «Ich inszeniere Dich auch im Rollstuhl.»

Mit Barrie Kosky probt Schneiderman zu dieser Zeit in Paris Offenbachs Opéra-bouffe «Les Brigandes». Ihre Rolle der Herzogin ist fein, aber klein. Deswegen erwischt man sie in einer probenfreien Woche zuhause. Kosky hat beim Opé-ra-Intendanten Alexander Neef auf ihrem Engagement bestanden – er weiß, jede exzellent besetzte Nebenrolle hebt die Aufführung. Und hat heimlich ihren Part ausgeweitet. ...

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Opernwelt November 2024
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Götz Thieme

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