Multiperspektivisch

Obermüller: Gerade sein und Mensch werden: Sophie Scholl
HEIDELBERG | THEATER

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Die am 22. Februar 1943 zusammen mit ihrem Bruder Hans und dessen Freund Christoph Probst hingerichtete Sophie Scholl leuchtet als Ikone des Widerstands gegen Hitler. Die Erinnerung an sie und die Widerstandsgruppe «Die Weiße Rose» ist nicht verblasst. Im Gegenteil, ihr aufrechter Gang lebt weiter – selbst wenn er heute in pervertierter Weise von der Querdenker-Bewegung instrumentalisiert wird. Allein schon deshalb ist Karola Obermüllers neue Oper ein aktuelles, ein politisches, ein wichtiges Stück, das zu seiner Rechtfertigung nicht einmal des 100.

Geburtstags von Sophie Scholl bedurft hätte. Obermüller, die in diesem Jahr mit dem Heidelberger Komponistinnen-Preis ausgezeichnet wurde, stellt sich damit bewusst der Konkurrenz von Udo Zimmermanns 1986 entstandener Kammeroper «Weiße Rose», einem der meistgespielten deutschen Musiktheaterwerke der letzten Jahrzehnte. Obermüller und ihre Librettistin, die Heidelberger Operndirektorin Ulrike Schumann, gehen allerdings einen anderen, grundverschiedenen Weg. Wo Zimmermann in expressiver Verdichtung einen handlungslosen Dialog zweier Seelen exponiert – Sophie und Hans Scholl reflektieren unmittelbar vor der Hinrichtung ihr Schicksal und ...

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Opernwelt November 2021
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Uwe Schweikert

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