Brünnhilde aus Båstad
Der Stall ist dreigeteilt: An den beiden Enden stehen die gemauerten Boxen für die Schweine, in der Mitte hingegen findet das Rindvieh ausreichend Platz und Futtertröge. Tagsüber weidet es auf den grünsaftigen Wiesen, die sich über jene sanft-hügelige Landschaft auf der südschwedischen Bjäre-Halbinsel erstrecken, der die Touristiker des 21. Jahrhunderts den Vergleich mit der italienischen Riviera zumuten.
Das Bild vermag die Schönheit dieser Landschaft kaum hinlänglich zu beschreiben.
Denn das Birgit-Nilsson-Land verströmt im Spätsommer jenen Odem des Ursprünglichen, der im Strandtrubel der konform konfektionierten südeuropäischen Sonnenschirm-Batterien keine angemessene Entsprechung findet. Hochsensibel wurde hier die Kleinbauernidylle in ein Urlaubsparadies für Wanderer und Radler gewandelt. Hofläden demonstrieren mit den Früchten und den kleinen Kirschkartoffeln der Region, dass eine ökologische Landwirtschaft durchaus eine ökonomische Chance hat. Auf dem Bauernhof, den Birgit Nilssons Vorväter bis zu ihrem Vater über Generationen weitervererbten, wäre das jetzt nicht anders, hätte das einzige Kind von Nils Svensson nicht einen anderen Weg eingeschlagen. Denn die Bauerntochter ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Peter Krause
Die Zeilen sind Legende: «Über allen Gipfeln / Ist Ruh, / In allen Wipfeln /Spürest du / Kaum einen Hauch; / Die Vöglein schweigen im Walde. /Warte nur, balde / Ruhest du auch.» Wie so viele andere Komponisten vor und nach ihm, hat auch Robert Schumann dieses zweite der unter dem Titel «Wandrers Nachtlied» rubrizierten Gedichte aus Goethes Feder (der Dichter...
Der Weg in den Himmel ist steinig. Die Freuden des ewigen Lebens werden einem nicht geschenkt. Die Zeit ist knapp, um ausreichend Gutes zu tun. Weshalb sie einen gleich anmahnt, sie zu nutzen. Zudem ist der Aufstieg ins Licht gepflastert mit Versuchungen irdischen Vergnügens, Verlockungen von Macht, Reichtum und mondänem Glanz. Gäbe es da nicht den «Schutzengel»,...
Ach ja, die Liebe. Könnte so einfach sein, schwerelos, süß und seelenvoll, kurzum: die schönste Sache der Welt. Klappt nur leider nicht immer, das weiß auch der traurige Dichter Hoffmann. Aber er tröstet sich und uns damit, dass er seine melancholisch getünchten Erfahrungen in Töne kleidet und eben von dem singt, wovon er nicht mehr sprechen mag und was nur noch...
