Turbulentes Spiel
Das wäre eine hübsche Vorstellung: Der Bundeskanzler intrigiert gegen sich selbst, um endlich aus dem Amt scheiden und in die Toscana umsiedeln zu können. Früher, in den Zeiten der Könige, war das einfacher. Henri de Valois, auf Betreiben seiner Mutter Katharina von Medici auf den polnischen Königsthron gehoben, vernimmt mit Freuden, dass ein einheimischer Woiwode gegen ihn intrigriert, um einen Österreicher auf Polens Thron zu hieven.
Henri erkennt seine Chance, wechselt kurzerhand mit dem Grafen Nangis Kleider und Identität, und alles wäre perfekt gewesen, wenn nicht eine Morddrohung des Verschwörers gegen Nangis alias Henri die Geschichte in eine unglückliche Richtung getrieben hätte. Henri de Valois muss leider König von Polen bleiben: wider seinen Willen.
Das kurzweilige Macht- und Intrigenspiel aus dem Jahr 1574, in Paris um 1836 als Komödie zu besichtigen, reizte den Komponisten Emmanuel Chabrier zur Vertonung. Die Opéra-comique «Le Roi malgré lui», 1887 an der Opéra-Comique uraufgeführt, erschien unter dem Titel «König wider Willen» auch häufiger auf deutschen Opernbühnen, doch liegen die Aufführungen zeitlich schon weiter zurück. Warum eigentlich? Die Begegnung mit dem ...
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Im Sommer hat das Haus Kettenbrückengasse Nr. 6, in dem Franz Schubert 1828 verstorben war und wo er davor unter anderem an der «Winterreise» gearbeitet hatte, etwas spitzweghaft Romantisches, atmet das Flair eines «alten Wien» aus dem Bilderbuch. Im Winter nun ist alles grau. Krähen sind auch da. Zwar werfen sie keine «Bäll’ und Schloßen» auf meinen Hut, doch der...
