Triumph des Mäusekinos
Lange noch dürfte sie in Erinnerung bleiben, diese überlange Spielzeit der Einschränkungen und Absagen, des Ausweichens, Umplanens und der Entschleunigung. Hinter uns liegt eine Phase oft ungewohnter Seh- und Hörerfahrungen, der Entzugserscheinungen und Ersatzhandlungen, der immer wieder neuen Hoffnungen oder Vertröstungen. Und ein Ende ist nicht wirklich in Sicht.
Dass es denen, die gewerblich übers Musiktheater schreiben, zuletzt nicht leicht gemacht wurde, soll nicht nur für die Annalen festgehalten werden.
Insbesondere die Soloselbständigen mussten Einbußen hinnehmen, die nur teilweise «aufgefangen» werden – die Hilfsprogramme sind auf andere Personen- und Kleinunternehmer-Gruppen zugeschnitten. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Aufarbeitung der Krise und ihrer Folgen stattfindet, welche Konsequenzen sich daraus ergeben oder auch nicht. Für die personell und finanziell gut ausgestattete Musikforschung ergibt sich hier ein lohnendes Arbeitsfeld, auch bezüglich der kreierten und in Umlauf gebrachten experimentellen Produktionen und der «neuen Kommunikationsformate».
Man hat im Zuge des «lebenslangen Lernens» nochmals viel dazugelernt – die Gesellschaft insgesamt wie einzelne ...
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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Umfrage Kritikerstatements, Seite 124
von Frieder Reininghaus («ÖMZ», Much bei Köln/Wien)
Sportliche Höchstleistungen wie die Tour de France hat der Philosoph Peter Sloterdijk neulich im «FAZ»-Gespräch mit einem großen menschlichen Bedürfnis kurzgeschlossen: Menschen seien «in gewissem Ausmaß Hochgefühlssucher ... enorme Anstrengungen bringen diese paradoxe Einheit von Erschöpfung und Hochgefühl». Auf die Frage, was solche Einheit so besonders mache,...
Frühling 2019: Die nächste Spielzeit der Pariser Oper wird bekanntgegeben. Auf dem Programm steht ein neuer, von Calixto Bieito inszenierter «Ring», als Abschiedsgeschenk für Musikdirektor Philippe Jordan, der genauso wie Intendant Stéphane Lissner 2021 aus dem Amt scheidet. «Rheingold» und «Walküre» sollen im Frühling 2020 erklingen, «Siegfried» und...
Es war eine Uraufführung von bleibendem Wert: Marc-André Dalbavies Musiktheater Le soulier de satin am Palais Garnier der Opéra de Paris führte den Beweis, dass ein schier unspielbares Theaterstück als Oper funktioniert. Der Komponist, der sein Werk selbst dirigierte, und seine Librettistin Raphaèle Fleury verwandelten Claudels Menschheitsparabel in ein «lustvolles...
