Triste (Halb-)Welt
Als «duftiges Amalgam» der Bestandteile des Opéra-comique-Prinzips hat Ulrich Schreiber Jules Massenets Oper «Manon» einmal bezeichnet. Was darin mitschwingt: Da setzt sich auf einer szenisch-musikalischen Ebene etwas in einer Ästhetik der Flüchtigkeit, der Momentaufnahmen zusammen: Die Oper, so könnte man es interpretieren, wird zum Film.
Peter Carp muss das ebenso empfunden haben. Der Freiburger Intendant unterstreicht mit seiner nunmehr fünften Musiktheater-Regiearbeit sein ehrliches Interesse an dieser Gattung.
Und er beweist abermals seine Fähigkeit als Übersetzer des Genres, ohne sich einer Kunstsprache bedienen zu müssen. Carp verortet das Stück zeitlich in den 1950er- und 1960er-Jahren in jenen Milieus, die man aus dem französischen Film noir kennt. Auch die Ästhetik entspricht dieser Zeit: Trenchcoat, breitkrempige Hüte, Kunstlederjacke – meist herrschen gedeckte Farbtöne vor bei Gabriele Rupprechts Kostümen. Auch Kaspar Zwimpfers Bühnenraum, der von einem schräg an der Decke hängenden Rechteck begrenzt wird, hüllt sich mit Vorliebe in Grautöne. Eine triste Welt ist das, daran ändern selbst die auf Gazevorhänge zum Vorspiel projizierten großformatigen Bilder aus dem Paris ...
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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Alexander Dick
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der bei Redaktionsschluss (13.1.) als Präsenzvorstellung geplanten oder als Stream angekündigten Premieren und Festivals des Monats Februar 2022. Weitere Informationen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link: www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/
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