Treudeutsch

Meiningen zeigt die Oper «Santa Chiara» aus der flotten Feder Ernsts II. von Sachsen-Coburg und Gotha

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Weise Worte: «Personen in unserer gesellschaftlichen Stellung können niemals ausgezeichnete Künstler sein», schrieb Albert, Gemahl der englischen Königin Victoria, an seinen Bruder, den Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha. «Es braucht das Bemühen eines ganzen Lebens, es zu werden.» Ernst II. sah das freilich etwas anders: Nicht weniger als fünf Opern und zwei Operetten verfasste der Herzog in seiner Freizeit, die er, im Arbeitskabinett auf und ab schreitend, seiner Frau in die Feder diktierte.

Oder jedenfalls deren melodisches und vielleicht auch harmonisches Gerüst, welches er hernach zur Instrumentierung weitergab. An Richard Wagner zum Beispiel, der im Falle von «Santa Chiara» dankend ablehnte, oder Giacomo Meyerbeer, der sich mittels Verzögerung aus der Causa herauswand.

Immerhin dirigierte Franz Liszt die Uraufführung 1854 in Gotha, wonach es die titelgebende Heilige nicht nur an viele wichtige deutsche Bühnen schaffte, sondern bis nach Paris, London und Wien. Und in der Gegenwart ans Staatstheater Meiningen, das seinen historischen Ruf ja ebenfalls einem kunstsinnigen Herzog dankt. Der Regisseur Hendrik Müller macht denn auch einen veritablen Märtyrerzirkus aus dem dritten ...

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Opernwelt April 2022
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Michael Stallknecht

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