Très charmant
Sandrine Piau ist selbst im Herbstglanz ihrer Stimme noch immer für ein Abenteuer gut – einen «Schritt zur Seite», wie sie im Booklet ihres neuen Albums schreibt, auf dem sie in Begleitung des Quatuor Psophos «die Osmose zwischen den Haaren der Bögen und der Körnung meiner Stimme» erforscht. Der Geiger, Komponist und Dirigent Jacques Gandard hat zehn Schubert-Lieder für Streichquartett transkribiert.
Anders als Aribert Reimann, Christian Jost oder Hans Zender, die in ihren Schubert- und Schumann-Adaptionen die Originale gleichsam überschreiben, hält er sich streng an die Vorlage, komponiert nichts hinzu oder gar um. Dennoch entsteht, allein schon durch die konsequente Reduktion des vollgriffigen Klaviersatzes auf die nackte klassische Vierstimmigkeit, ein gänzlich neuer Ton. Überdies weicht der harte, metallische Anschlag des Klaviers, in dem stets ein Moment des Perkussiven mitschwingt, einem warmen, weichen Klang, der die Stimme in sich bettet, ja ihren Körper wie ein Kleid umhüllt. Was wir hören, ist wirklich ein imaginäres Quintett mit dem Gesang als so distinkter wie distanzierter fünfter Stimme.
Glanzvoll bewährt sich das Verfahren in den überwiegend schwermütig-getragenen ...
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Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Medien, Seite 32
von Uwe Schweikert
Mit Vertrauen in Libretto und Musik, erzählt aus der Entstehungszeit heraus und trotzdem auch heute verständlich: Das ist diese von Dirk Löschner inszenierte Zwickauer Puccini-«Bohème» – ein Abend, um tief durchzuatmen. Es gibt sie also noch, die einfachen Dinge, und das sogar auf deutschsprachigen Bühnen. Keine verquasten Mätzchen, keine Ambitionen, das Publikum...
Natürlich nehme «La traviata» die herbstlich-winterliche Position im Spielplan ein, wo das Haus «ganz bewusst die großen Dramen mit berühmten, gefühlvollen Melodien» zeigen will. Sagt Søren Schuhmacher, der neue Intendant am Theater Hagen, im Interview. Am Ende beweist auch Schuhmacher in seiner «Traviata»-Inszenierung, dass Giuseppe Verdi alles andere ist als ein...
Das höchste Lob für Irmgard Seefried stammte aus dem Mund von Elisabeth Schwarzkopf: «Wir alle beneideten sie, dass alles, was wir uns mühselig erarbeiten mussten, bei ihr so natürlich und selbstverständlich wirkte. Sie verstand es, mit dem Herzen zu singen.» Kühle Perfektion, Schönheit als Selbstzweck waren nie ihre Sache. Ein Star wollte sie nicht sein. Seefried...
