Treffen sich zwei

Peter Konwitschny inszeniert «Siegfried» in Dortmund als Kammerspiel über ewige Schuld und Unschuld, Gabriel Feltz entmythisiert Wagners Klangwelt

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Ein Ast wird abgesägt, fällt raschelnd vor dem Vorhang nieder, noch bevor die Pauken und Fagotte der Dortmunder Philharmoniker in Mimes Höhle entführen. So war es bereits im vergangenen Jahr bei der «Walküre» an der Oper Dortmund, so könnte es werden im kommenden Jahr beim «Rheingold».

Die Weltesche ist immer schon angetastet, das Verhältnis des Menschen zur Natur prekär in der «letzte(n) umfassende(n) Geschichte vom Abendland, also unserer europäischen Zivilisation», wie Peter Konwitschny im Programmheft-Gespräch mit seiner Dramaturgin Bettina Bartz den «Ring des Nibelungen» nennt. Dass die Geschichte aus Wagners Musik geboren wird, das werden am Ende des «Siegfried» sechs Harfenistinnen auf dem Proszenium zeigen – sie saßen dort auch am Schluss der «Walküre».

Dabei ist Konwitschny laut eigener Aussage an Einheit nicht sonderlich gelegen, wenn er die letzte Geschichte nun zum ersten Mal vollständig erzählt. Das ist er sich schon als Regisseur der legendären «Götterdämmerung» aus dem Stuttgarter Vier-Regisseure-«Ring» schuldig, die 2025 in einem identischen Re-Staging den Dortmunder Zyklus beschließen soll. Dort arbeitet Konwitschny mit vier unterschiedlichen Bühnenbildnern ...

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Opernwelt Juli 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Michael Stallknecht

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