Trauma und Tai Chi
So ein Wagner-Glück gibt es in Skandinavien nicht alle Tage: In zwei Städten, die nur ein sechzehn Kilometer schmaler Wasserstreifen trennt, standen «Parsifal»-Premieren auf dem Programm.
Man musste nur über den Øresund fahren, jene geschichtsträchtige Meerenge, die Dänemark von Schweden trennt, um erhellende Vergleiche zwischen den Aufführungen in Kopenhagen und Malmö zu ziehen: nicht nur in Bezug auf die unterschiedlichen Annäherungen der Regisseure Keith Warner und Stefan Johansson an Wagners Weltabschiedswerk, sondern auch hinsichtlich der völlig verschiedenen äußeren Bedingungen, unter denen die beiden Produktionen entstanden.
Keith Warner wollte mit «Parsifal» die erste eigene Regiearbeit in Kopenhagen vorlegen, seit er die Künstlerische Leitung der dortigen Oper (im Sommer 2011) übernommen hatte. Die Produktion sollte auch den Beginn jener neuen Ära markieren, die sich die dänischen Entscheidungsträger wünschten: Anhebung des künstlerischen Niveaus, um langfristig und nachhaltig international konkurrieren zu können. Es kam bekanntlich anders: Die neue Regierung kürzte Ende letzten Jahres das Opernbudget so radikal, dass Warner sich außerstande sah, die von ihm erwartete ...
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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Andreas Bücker
Impressum
53. Jahrgang Nr. 6
Opernwelt wird herausgegeben
vom Friedrich Berlin Verlag
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752244
Redaktion Opernwelt
Knesebeckstraße 59-61 | 10719 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 0
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
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www.opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war
der 09.05.2012.
Redaktion:
Stephan Mösch
Albrecht...
Frau Dessay, auf YouTube berichten Sie über die Stimmband-Operationen, die Sie in den Jahren 2002 und 2004 über sich ergehen lassen mussten. Warum war im Krankenhaus eine Kamera dabei?
Eine Freundin, die Filme macht, war zufällig in der Nähe, also rief ich sie an und sagte: «Komm doch vorbei!» Es war keine große Absicht dahinter. Die Sache ist die: Wenn ein Sänger...
Bei den Bayreuther Festspielen hat Christoph Schlingensief 2004 die Optik revolutioniert. Weil er sich nicht bemühte, den «Parsifal» irgendwie neu oder originell zu deuten. Weil er auf alle herme-neutischen Umarmungen des «Bühnenweihfestspiels» pfiff. Weil seine Bühnenräume zum großen und entscheidenden Teil virtuell waren. Weil er nicht eine vorgegebene Geschichte...
