Tod auf dem Backstage-WC

Mascagni: Cavalleria rusticana / Puccini: Gianni Schicchi am Theater Erfurt

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Der Kontrast von elegischem Kolorit und einer den Sprung in die Moderne vollziehenden Burleske ist ähnlich reizvoll wie das klassische Doppel von Mascagnis «Cavalleria rusticana» mit Leoncavallos «Pagliacci». Durch die Kombination der «Cavalleria» mit dem 25 Jahre später entstandenen «Gianni Schicchi» wird das kriminologische Potenzial Italiens in Opernform weitaus vielfältiger.

Denn statt zweier relativ kurzer Stücke über mehrere Ehren- und Eifersuchtsmorde im ländlichen Raum erlebt man in Erfurt durch «Gianni Schicchi» die Erweiterung dieser affektiven Rechtsverstöße um einen im urbanen Florenz eingefädelten Erbschaftsbetrug.

Dass Regisseur Markus Dietz zum eindeutigen Verständnis von Liebesbegebenheiten gern Schwarz-Weiß-Videos einsetzt, weiß man in Erfurt seit seiner Inszenierung von Rossinis «Le Siège de Corinth». Auch in Mascagnis Oper kommt auf der Bühne von Ines Nadler mit Feuerschale zur Osternacht und einer Wand mit Neonröhren erst die ehebrechende Lola mit Turiddu ins Bild, später die sich ekstatisch am Eklat und seinen Konsequenzen erhitzende Siedlungsgemeinschaft (der von Markus Baisch vorbildlich einstudierte Chor des Hauses). Die Leute sind ärmlich. Eine solche ...

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Opernwelt April 2025
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Roland H. Dippel

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