Hinreißend

Händel: Agrippina am Opernhaus Zürich

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Hier stimmt einfach jedes Detail. Erstaunlich ist eigentlich nur, dass dieses Libretto vor mehr als 300 Jahren entstand und nicht erst vor ein paar Monaten. Vincenzo Grimani schrieb es, überaus frei im Umgang mit der römischen Geschichtsschreibung. «Agrippina», Händels erster großer Bühnenerfolg, wird in Zürich zu einem aufregenden, absolut heutigen Abend, bei dem all das aufgeht, was bei vielen Opernübertragungen in einem anderen Erzählkontext oft ein bisschen knirscht.

Und das gelingt auch noch mit einer unaufgeregten Selbstverständlichkeit: mit ungeheurer Präzision und großartigen Sängerdarstellerinnen und -darstellern.

Aus der Geschichte um Agrippina, die ihren Sohn aus erster Ehe auf den Thron Roms wuchten will, als sie erfährt, der Kaiser, ihr Mann Claudio, habe auf See den Tod gefunden, macht Jetske Mijnssen einen Krimi um Liebe, Gier und Macht, der an so großartige Serien wie «Succession» oder «House of Cards» erinnert, ohne diese je zu kopieren. Zur Ouvertüre sieht man einen Film: Abendessen in der familiären Firmenzentrale. Am Tisch Agrippina, Claudio, Nerone sowie Ottone, Claudios bester Freund und späterer Lebensretter. Claudio wird übel, er bricht zusammen, vermutlich ...

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Opernwelt April 2025
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Egbert Tholl

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