Thomas: Mignon
Der Tod kommt im Leben nicht vor. Er steht am Rande, ein Wartender. Nicht jedem ist dieser Wartende willkommen. Und auch in der Oper mag mancher dieses Sterben nicht miterleben; deswegen vor allem kam das lieto fine in die Welt. Der Beispiele für dieses versöhnende Schlusstableau sind es zahlreiche. Eines davon datiert vom 17. November 1866, als die Oper «Mignon» des französischen Komponisten Ambroise Thomas in Paris ihre Uraufführung erlebte – allerdings mit dem «falschen» Ende. Mignon schied dahin, das Publikum raunte.
Weil die Kritiken in die gleiche Kerbe schlugen, entschied sich Thomas zur Überarbeitung. Mignon durfte am Ende leben und zwar im vollkommenen Liebesglück. Und siehe da, in der neuen Version wurde die Oper ein veritabler Erfolg. Irgendwann verschwand sie von den Spielplänen.
Dem Anhaltischen Theater ist es nun zu danken, dass Mignon wieder die Bühne betreten durfte. In einer Inszenierung des Generalintendanten Johannes Felsenstein, der auch die deutsche Bearbeitung besorgte, erlebt die Oper eine Renaissance. Zwei wesentliche Änderungen (abgesehen von den Streichungen und Umformungen, so etwa in der Ouvertüre) sind prägend für diese Produktion. Das tragische Ende ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Am 8. Februar 1891 sang der achtzehn Jahre junge Fjodor Iwanowitsch Schaljapin in der Nähe seiner Geburtsstadt Kasan die zweite Rolle seines noch jungen Sängerlebens: den Ferrando in Verdis «Trovatore». In Kasan, heute eine 1,1-Millionen-Stadt siebenhundert Kilometer östlich von Moskau, war der russische Bassist am 13. Februar 1873 zur Welt gekommen. Da lag es...
Ein Opernland im Umbruch. In Belgien werden in der kommenden Saison alle Musiktheater einen neuen Intendanten oder Künstlerischen Leiter bekommen. Peter de Caluwe, bis jetzt Chef des Künstlerischen Betriebsbüros an der Nederlandse Opera in Amsterdam, wechselt zur Saison 2007/08 an die Brüsseler Monnaie. Er ist Nachfolger von Bernard Foccroulle, der das Festival von...
Oper und Wahnsinn – das sind von alters her keine allzu weit voneinander entfernten Positionen. Nur dass sich die im Belcanto formgebundene Wahnsinnsarie in der Moderne zum existenziellen musikalischen Außer-sich-Sein entwickelt hat. Aber auch das kann (und erst dadurch wird es zur Kunst) mit klaren Kriterien und hohem ästhetischem Reiz verbunden sein, wie...
